Schon mehr als hundert Fälle! Autofahrer zittern vor Radmutter-Attentäter

Annaberg - Welcher Geisteskranke lockert heimlich an den Autos die Radmuttern! Muss erst jemand sterben? Seit Anfang Juni gingen aus dem Erzgebirgskreis bereits über hundert Anzeigen bei der Polizei ein. Es gab mehrere Unfälle, zum Glück bisher ohne Personenschaden. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig.

In Annaberg, der Kreisstadt des Erzgebirges, gab es bereits mehrere Fälle des lebensgefährdenden Serientäters. (Symbolbild)
In Annaberg, der Kreisstadt des Erzgebirges, gab es bereits mehrere Fälle des lebensgefährdenden Serientäters. (Symbolbild)  © 123rf.com/venerala

Plötzlich löst sich während der Fahrt das linke Vorderrad und rollt weg. Am 7. Mai kam eine Skodafahrerin (40) in Mildenau mit dem Schrecken und 1 000 Euro Schaden davon. 

Dies war wohl der Anfang einer unsäglichen Serie. Polizeisprecher Andrzej Rydzik (35): "Seit Anfang Juni beobachten wir eine Häufung derartiger Anzeigen, die im September rückläufig sind."

Doch auch an diesem Montagabend verlor ein VW-Fahrer (29) in Annaberg das gelöste linke Vorderrad. 

Die Meldungen gibt es aus dem kompletten Erzgebirgskreis: In Eibenstock, Aue, Johanngeorgenstadt oder Schlema bemerkten Autofahrer gelockerte Radmuttern. 

Auf einem Privatgrundstück im Annaberger Stadtteil Frohnau sorgte der bisher unbekannte Täter gleich an drei Autos für potenzielle Lebensgefahr.

Annabergs Oberbürgermeister Rolf Schmidt (60, Freie Wähler): "Das ist kein Spaß oder Kavaliersdelikt, sondern schlichtweg kriminell!" 

Er ruft alle Autofahrer auf, vor Antritt der Fahrt die Räder zu checken. "Jeder erwartet natürlich, dass der Täter so schnell wie möglich ermittelt wird."

Dem Täter drohen bis zu fünf Jahre Haft

Heimlich lockert ein Unbekannter die Radmuttern. Im Erzgebirge gab es seit Juni über hundert Anzeigen.
Heimlich lockert ein Unbekannter die Radmuttern. Im Erzgebirge gab es seit Juni über hundert Anzeigen.  © Uwe Meinhold
Annabergs OB Rolf Schmidt (60, Freie Wähler) hofft auf baldige Aufklärung.
Annabergs OB Rolf Schmidt (60, Freie Wähler) hofft auf baldige Aufklärung.  © Uwe Meinhold

Doch das ist gar nicht so einfach!

Polizeisprecher Rydzik: "In den wenigsten Fällen ist eine klare Zuordnung der Tatorte und Tatzeiten möglich, weil viele Fahrzeugführer die gelockerten Radmuttern erst weit nach Beginn der Fahrt feststellen." 

Deshalb werden alle, die diesbezüglich verdächtige Vorgänge beobachten, um sofortige Meldung bei der Polizei gebeten.

Die Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz betrachtet die über hundert Fälle im Sachzusammenhang und ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Das Strafmaß reicht von einer Geldstrafe bis fünf Jahre Haft.

Titelfoto: 123rf.com/venerala

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