Baum-Kindergarten: Hier wächst Sachsens Wald von morgen

Pockau-Lengefeld - Borkenkäfer und Dürren haben Sachsens Wäldern in den letzten Jahren arg zugesetzt. Für den Neuaufbau und Umbau der grünen Lungen braucht es zig Millionen Setzlinge. Dafür betreibt der Staatsbetrieb Sachsenforst Baum-"Kindergärten".

Sachsens Wald-Kindergärtnerin Felicitas Radeck (36) beschaut sich in der Forstbaumschule Heinzebank junge Eichen.
Sachsens Wald-Kindergärtnerin Felicitas Radeck (36) beschaut sich in der Forstbaumschule Heinzebank junge Eichen.  © Jan Woitas/dpa

Auf 600 Meter Höhe mitten im Erzgebirge gedeiht der Wald von morgen. Junge Roteichen recken zu Tausenden in langen Beeten ihre Blätter gen Sonne.

Mini-Buchen sprießen aus der Erde und schälen sich aus ihrem Samen. In hellem Grün präsentiert eine neue Generation Weißtannen ihre frischen Triebe.

Auf den kleinen Bäumchen in der Forstbaumschule Heinzebank ruhen die Hoffnungen vieler Förster und Waldbesitzer. Mit ihnen soll der Waldumbau forciert, sollen Sachsens Wälder widerstandsfähiger werden.

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Chefin im Baum-"Kindergarten" ist Felicitas Radeck (36). Alljährlich bringt sie mit ihren Mitarbeitern Samen ausgewählter Bäume in die Erde, hegt und pflegt die Pflänzchen.

Sie helfen, etwa kahle Flächen nach Borkenkäferbefall und extremer Trockenheit aufzuforsten oder eintönige Kiefern- und Fichtenwälder aufzupeppen.

Ein Container junger Weißtannen - so sieht die Zukunft der sächsischen Wälder aus.
Ein Container junger Weißtannen - so sieht die Zukunft der sächsischen Wälder aus.  © Jan Woitas/dpa

Baum-Chefin Radeck weiß: "Die Fichte ist immer noch gefragt"

Unter diesen grünen Schutzplanen wachsen junge Buchen heran.
Unter diesen grünen Schutzplanen wachsen junge Buchen heran.  © Jan Woitas/dpa

Wie der Wald der Zukunft aussehen soll, lässt sich hier ablesen. "Die Fichte ist immer noch gefragt, beispielsweise für den Erzgebirgskamm", weiß Radeck. "Ihr Anteil hat aber massiv abgenommen." Dafür steht die Weißtanne hoch im Kurs.

Deutlich zugenommen hat auch Laubholz wie Rotbuche, Stieleiche, Erle und Bergahorn. Wegen der Trockenheit werden zudem mehr Bäumchen in Containern gezogen, erklärt sie. "Das hat den Vorteil, dass die Pflanze eine Reserve an Feuchtigkeit und Nährstoffen mitbringt."

Mit Pflanzungen und Direktsaat verjüngt Sachsenforst jährlich 1200 bis 1300 Hektar Wald. "Wir brauchen dazu rund sechs Millionen Pflanzen im Jahr", erklärt Thomas Rother (47), Leiter der Abteilung Forstbetrieb.

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Neben der Baumschule Heinzebank in Pockau-Lengefeld betreibt der Staatsbetrieb zwei weitere in Kretscham bei Oberwiesenthal und Graupa bei Dresden.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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