Bürgermeister schlagen Alarm: Holzlaster machen unsere Straßen kaputt!

Lauter/Bockau - Weil der Sachsenforst hunderttausende Kubikmeter Holz aus den Erzgebirgswäldern verkauft, können einige Bürgermeister nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ohne Rücksicht auf Verluste donnern tonnenschwere Holzlaster durch die Orte und zerstören kommunale Straßen.

Der Schnee ist weg, die Schäden tauchen auf - zulasten der ohnehin gebeutelten Kommunen.
Der Schnee ist weg, die Schäden tauchen auf - zulasten der ohnehin gebeutelten Kommunen.  © Uwe Meinhold

Erst vor zwei Jahren ließ die Stadt Lauter eine Ortsverbindungsstraße im Wald sanieren. Bürgermeister Thomas Kunzmann: "Beim Abtransport des Holzes wurde die Straße kaputt gefahren."

Mit 40-Tonnern ging es über Straßen, die teils nur für 7,5-Tonner zugelassen waren. Mit Ketten wurde über das Bankett "geräubert" und der Belag zermalmt.

Im benachbarten Bockau sieht es ebenso schlimm aus. Bürgermeister Siegfried Baumann: "Ich habe die Holzfahrer angesprochen, doch sie zucken mit den Schultern und verstehen kein Deutsch. Sie wurden per Navi hierher gelotst. Und Sachsenforst will nicht schuld sein."

Denn das Holz wird noch im Wald an die Händler verkauft. Und die schicken dann teils internationale Speditionen. Um jemanden für verursachte Straßenschäden verantwortlich zu machen, müsste ihn bestenfalls die Polizei in flagranti erwischen.

Lauters Bürgermeister Thomas Kunzmann fordert Lösungsvorschläge vom Forst.
Lauters Bürgermeister Thomas Kunzmann fordert Lösungsvorschläge vom Forst.  © Uwe Meinhold
Den Gewinn streicht der Freistaat ein.
Den Gewinn streicht der Freistaat ein.  © imago images/McPHOTO

Die Bürgermeister hoffen auf ein Gespräch mit Forstbezirk und Landratsamt. Denn bekanntlich hat der Freistaat den Förderhahn für kaputte Straßen derzeit abklemmt.

Titelfoto: imago images/McPhoto, Uwe Meinhold

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