Flüchtlingswelle ebbt nicht ab: Bundespolizei schnappt illegal Eingereiste im Erzgebirge

Marienberg/Seiffen - Die Flüchtlingswelle ebbt nicht ab: Immer wieder schnappt die Bundespolizei illegal Eingereiste aus dem Nahen Osten, die über Tschechien nach Sachsen kommen. Unterdessen fordert der Bundespolizei-Chef stationäre Grenzkontrollen.

An den deutsch-tschechischen Grenzen im Erzgebirge, wie hier in Bärenstein, kontrolliert die Polizei nur stichprobenartig. Daher kommt es immer wieder zu illegalen Einreisen.
An den deutsch-tschechischen Grenzen im Erzgebirge, wie hier in Bärenstein, kontrolliert die Polizei nur stichprobenartig. Daher kommt es immer wieder zu illegalen Einreisen.  © Bernd März

Erst am Dienstagabend kontrollierte die Bundespolizei auf der B174 in Marienberg einen Mazda mit deutschem Kennzeichen, der von Tschechien nach Deutschland eingereist war.

"Der 28-jährige syrische Fahrer sowie sein 47-jähriger syrischer Beifahrer wiesen sich mit gültigen Aufenthaltstiteln aus", so ein Polizeisprecher.

Aber: Zwei weitere Mitfahrer, laut eigenen Angaben ebenfalls Syrer, konnten keine Dokumente vorlegen. Für die zwei Männer ging es wieder zurück nach Tschechien. Der Mazda-Fahrer und sein Beifahrer müssen sich nun wegen Schleusens verantworten.

Nur zwei Tage vorher, am Sonntag, ein ähnlicher Fall: Nach einem Zeugenhinweis konnte die Bundespolizei sechs Flüchtlinge in Seiffen aufgreifen.

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Die Syrer im Alter zwischen 14 und 38 Jahren gaben an, durch Schleuser über die Türkei, Serbien, Ungarn und Tschechien nach Deutschland gereist zu sein.

"Alle Personen äußerten ein Schutzersuchen und wurden nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen an die Erstaufnahmeeinrichtung Chemnitz weitergeleitet", so ein Polizeisprecher.

Bundespolizei-Chef schlägt Alarm und fordert stationäre Grenzkontrollen

Bundespolizei-Chef Heiko Teggatz fordert Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien, um illegale Migration zu verhindern (Symbolbild).
Bundespolizei-Chef Heiko Teggatz fordert Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien, um illegale Migration zu verhindern (Symbolbild).  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Bundespolizei-Chef Heiko Teggatz schlägt angesichts des Flüchtlingsstroms Alarm. Gegenüber der "Bild" fordert er stationäre Kontrollen an den Grenzen nach Polen und Tschechien.

Zudem schlägt er vor, Zentren einzurichten, in denen eine ordnungsgemäße Registrierung vorgenommen werden kann. Denn aktuell können an der Grenze nur stichprobenartige Kontrollen durchgeführt werden.

Ein weiteres Problem: Die Sammelunterkünfte platzen aktuell aus allen Nähten. Erst kürzlich warnte der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (50, SPD) vor Kapazitätsgrenzen.

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Er geht davon aus, dass die Unterkünfte schon bald voll belegt sind.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB , Bernd März

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