Corona-Hotspot Erzgebirge: Darum gibt es in der Region so viele Neuinfektionen

Annaberg-Buchholz - Der Erzgebirgskreis verzeichnet einen traurigen Rekord: Nirgendwo in Deutschland haben sich in der vergangenen Woche so viele Menschen mit Corona infiziert. Woran liegt das?

Der Erzgebirgskreis verzeichnet viele Corona-Neuinfektionen.
Der Erzgebirgskreis verzeichnet viele Corona-Neuinfektionen.  © Fotomontage: Bernd März, 123RF/Kateryna Kon

456 Menschen pro 100.000 Einwohner - so hoch war die 7-Tage-Inzidenz im Erzgebirge in der vergangenen Woche. Spitzenwert in Deutschland! 

Für Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) ist das private Umfeld der Grund für die vielen Neuinfektionen im Erzgebirge. "Es ist schön für uns in Sachsen, das wir gerade in den ländlichen Regionen so ein enges Familien- und Freundesleben durchführen. Das macht uns aus", sagte Köpping dem MDR

"Aber genau diese enge freundschaftliche Bande, diese engen Familienfeiern, vielleicht auch im Dorf, dass man sich trifft, die führen dazu, dass man in diesen Kreisen sehr leichtsinnig wird", fügte die Gesundheitsministerin an. 

Doch nicht nur Leichtsinnigkeit - auch die Einsicht fehlt oftmals im Erzgebirge! 

So fand vor etwa einer Woche eine Corona-Demo in Aue statt, bei der die Mehrheit der Teilnehmer keine Maske trug (TAG24 berichtete). Auch der Mindestabstand wurde nicht eingehalten.

Für Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) ist das private Umfeld ein Hauptgrund für die vielen Corona-Infektionen im Erzgebirge.
Für Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) ist das private Umfeld ein Hauptgrund für die vielen Corona-Infektionen im Erzgebirge.  © Petra Hornig

Landrat Frank Vogel: "Müssen gewisse Werte aufgeben"

Für Landrat Frank Vogel (63, CDU) ist klar: "Wir müssen gewisse Werte jetzt aufgeben."
Für Landrat Frank Vogel (63, CDU) ist klar: "Wir müssen gewisse Werte jetzt aufgeben."  © Uwe Meinhold

Allgemein sei es für den Erzgebirger nicht einfach, sich an die Corona-Situation zu gewöhnen, so Landrat Frank Vogel (63, CDU). 

"Der Erzgebirger hat auch sicherlich lange Zeit ein Problem gehabt, dem Anderen nicht mehr die Hand geben zu dürfen", sagte Vogel der Sächsischen Zeitung: "Das sind für mich im Übrigen auch gewisse Werte, die wir in dieser Gesellschaft hatten, die wir jetzt aufgeben müssen."

Seit Anfang der Woche ist die 7-Tage-Inzidenz im Erzgebirge wieder gesunken - am Montag lag sie laut dem Sächsischen Sozialministerium bei 313,2. 

Trotzdem: In keiner anderen sächsischen Region sind insgesamt so viele Menschen mit Corona infiziert und gestorben. Insgesamt 4522 Infektionen und 116 Todesfälle zählt der Erzgebirgskreis seit Beginn der Pandemie.

Umso wichtiger sind die Abstands- und Hygieneregeln. Diese werden nun auch verstärkt von der Polizei kontrolliert. 

Titelfoto: Fotomontage: Bernd März, 123RF/Kateryna Kon, Petra Hornig

Mehr zum Thema Erzgebirge:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0