Corona bringt Männelmacher aus dem Erzgebirge auf kuriose Ideen

Erzgebirge - Erzgebirgskunst trifft auf Corona: Ob ein Schwibbogen mit Virus, Kantenhocker mit Maske und Desinfektionsmittel oder Top-Virologe Christian Drosten (48) als Räuchermann - die kreativen Köpfe aus der Region haben sich in diesem auch für sie sehr schweren Jahr einige kuriose Weihnachtsartikel im Zusammenhang mit der Pandemie einfallen lassen.

Corona-Schwibbogen

Nicki Hertzsch (23) aus dem Sehmatal baute für sich und ihren Mann Benjamin (30) einen Corona-Schwibbogen. Die Laubsäge-Arbeit entstand, um ein Zeichen für den Zusammenhalt in der Region zu setzen: "Die Bergmänner halten das Virus fest, damit es sich nicht weiter verbreitet", erklärt Benjamin Hertzsch. Das Unikat stellte er sich zu Hause in den Vorsaal. "Er bleibt dort so lange stehen, bis die Pandemie vorbei ist."

Geld verdienen will das Ehepaar damit nicht, auf Anfrage an bogenstuebl@gmail.com fertigt Nicki Hertzsch individuelle Schwibbögen zu anderen Themen an.

Mit dem Corona-Schwibbogen wollen Nicki (23) und Benjamin Hertzsch (30) ein Zeichen für den Zusammenhalt im Erzgebirge setzen.
Mit dem Corona-Schwibbogen wollen Nicki (23) und Benjamin Hertzsch (30) ein Zeichen für den Zusammenhalt im Erzgebirge setzen.  © Thomas Fritzsch/PhotoERZ

Maskierter Kantenhocker

Ein echter Verkaufsschlager ist der neue Kantenhocker von Heyde Keramik aus Jahnsdorf. Knapp 60 Exemplare des Bergmannes mit Mundschutz und Desinfektionsmittel zur inneren Anwendung (ein Schnaps) für rund 70 Euro gingen im Nu über den Ladentisch, es musste bereits nachproduziert werden. "Es ist eine Art Scherzartikel, auch wenn Corona alles andere als ein Scherz ist", sagt Inhaber Jens Böttger (52).

"Ich will durch die Pandemie keinen Profit rausschlagen. Das ist schon fast ein schmutziges Geschäft."

Jens Böttger (52), Chef von Heyde Keramik aus Jahnsdorf, hat dem Bergmann-Kantenhocker Mundschutz und Desinfektionsmittel verpasst.
Jens Böttger (52), Chef von Heyde Keramik aus Jahnsdorf, hat dem Bergmann-Kantenhocker Mundschutz und Desinfektionsmittel verpasst.  © Uwe Meinhold

Räucher-Virologe

Spielwarenmacher Tino Günther (58) aus Seiffen konnte durch die Produktion eines Räuchermännchens in Form des berühmten Virologen Christian Drosten (48) die Existenz seines Betriebes retten. Bislang gab es über 4 000 Bestellungen für den aus dem Kopf qualmenden Mediziner (Preis: 80 Euro). Die ersten 15 Exemplare werden nächste Woche ausgeliefert. Für Tino Günther war die große Nachfrage eine Riesen-

Überraschung: "Ich hätte in meinen kühnsten Träumen nicht an diesen Erfolg gedacht, aber jeder weiß, dass ich kühn träume."

Das Drosten-Räuchermännchen von Tino Günther (58) aus Seiffen ist ein voller Erfolg. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Das Drosten-Räuchermännchen von Tino Günther (58) aus Seiffen ist ein voller Erfolg. Foto: Hendrik Schmidt/dpa  © Hendrik Schmidt/dpa

Überraschung: "Ich hätte in meinen kühnsten Träumen nicht an diesen Erfolg gedacht, aber jeder weiß, dass ich kühn träume", freut sich Günther.

Titelfoto: Thomas Fritzsch/PhotoERZ

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