Das WM-Gesicht der Langläufer: Katharina Hennig bei Tour de Ski überzeugend

Oberwiesenthal/Val di Fiemme - Über Weltmeister Markus Eisenbichler (29) und Olympiasieger Eric Frenzel (32) lässt sich eine Heim-WM der nordischen Skisportler natürlich super verkaufen. Doch die Organisatoren in Oberstdorf haben nun auch in der langjährigen Sorgendisziplin Langlauf ein Gesicht für sich entdeckt: Die Erzgebirgerin Katharina Hennig (24).

Bei der Tour de Ski schaffte Katharina Hennig (24) bisher drei Top-Ten-Platzierungen.
Bei der Tour de Ski schaffte Katharina Hennig (24) bisher drei Top-Ten-Platzierungen.  © Mathias Bergeld/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

Zum Start ins mit Sehnsucht erwartete WM-Jahr 2021 fing die Oberwiesenthalerin an, sportlich richtig zu überzeugen. Bei der prestigeträchtigen Tour de Ski holte sie mit den Rängen fünf, acht und neun bereits drei Top-Ten-Platzierungen - und das vor dem großen Finale in Val di Fiemme an diesem Wochenende.

"Mein persönliches Fazit ist sehr positiv. Meine Stärke ist ja doch das Klassische. Umso glücklicher bin ich, dass ich auch Freistil ein gutes Ergebnis liefern konnte", sagte Hennig.

Den zweiten Ruhetag samt Überfahrt von Toblach ins malerische Fleimstal kann Hennig deshalb ganz entspannt verbringen.

Deutschlands beste Langläuferin nimmt Kurs auf eine Top-10-Platzierung in der Gesamtwertung und weckt damit, sechs Wochen vor dem WM-Start am 23. Februar, Hoffnungen, dass ein Überraschungscoup im Allgäu vielleicht doch nicht ganz außer Reichweite ist.

Durchbruch bei Tour de Ski positiv fürs ganze Team

Katharina Hennig (24) ist auf Kurs und hat bei der Tour de Ski gute Platzierungen eingefahren. (Archivbild)
Katharina Hennig (24) ist auf Kurs und hat bei der Tour de Ski gute Platzierungen eingefahren. (Archivbild)  © Mathias Bergeld/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

"Das ist schon mal höher zu bewerten als der dritte Platz letztes Jahr. Wir hatten gutes Material. Das ist das, was wir können", sagte Peter Schlickenrieder (50) als deutscher Teamchef der dpa, nachdem Hennig als Fünfte in Val Müstair mehrere Weltklasse-Athletinnen geschlagen hatte. Selbiges gelang ihr auch in den Folgetagen. Hennig ist auf Kurs, auch wenn die guten Platzierungen wegen des coronabedingten Fehlens der Norweger nicht überbewertet werden dürfen.

Schlickenrieder weiß, was Hennig auszeichnet. In der klassischen Technik ist die Oberwiesenthalerin stark. Und: Je schwerer das Profil der Strecke ist, desto mehr kann Hennig der Weltspitze Paroli bieten.

Dass nach zähen Wochen mit vielen Frusterlebnissen nun ein kleiner Durchbruch bei der Tour de Ski gelang, bewertet Schlickenrieder für sein Team positiv. Hennigs Erfolge "tun der ganzen Mannschaft gut" - und auch den Perspektiven der WM-Organisatoren.

Auch, weil sich die stets freundliche und meist mit einem Lächeln auftretende junge Frau durchaus als Lokalmatadorin verkaufen lässt. Der Liebe wegen hat sie den Schritt aus dem geliebten Erzgebirge heraus nach Oberstdorf gewagt, trainiert dort bei Stefan Dotzler.

"Das Pendeln zwischen den beiden Orten hatte ihrer sportlichen Entwicklung nicht gut getan", sagt Andreas Schlütter, Sportlicher Leiter der Langläufer. Jetzt hat sie wieder festen Boden unter den Füßen, kann sich ganz auf den Sport konzentrieren. Aber: "Ich weiß, wo ich her komme", sagt Hennig. Trotzdem hat der Begriff Heim-WM für sie nun eine doppelte Bedeutung.

Titelfoto: Mathias Bergeld/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

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