Nach Umweltkatastrophe im Schwarzbach: Angler kämpfen gegen Fischsterben

Elterlein - Chemie-Unfälle verursachten ein Fischsterben im Schwarzbach. Verursacher ist eine Beschichtungsfirma, sie hat jetzt Ärger mit Wasserwerk und Staatsanwaltschaft. Und den ansässigen Anglern.

Für den Vorsitzenden des Anglervereins Elterlein, Frank Schreier (55), ist die Ziram-Katastrophe von 2019 am Schwarzbach ein schwerer Schlag.
Für den Vorsitzenden des Anglervereins Elterlein, Frank Schreier (55), ist die Ziram-Katastrophe von 2019 am Schwarzbach ein schwerer Schlag.  © Ralph Kunz

Im August 2019 lief hochgiftiges Ziram in die Kläranlage Elterlein und den Schwarzbach. Die wasserunlösliche Zink-Verbindung setzte die Kläranlage schachmatt, massenhaft Fische und Wasser-Insekten starben. Die Beschichtungsfirma Osteks wurde als Verursacher identifiziert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

"Wir haben den Stoff in Umlauf gebracht", gab Osteks-Geschäftsführer Henning Schlüter gegenüber der "Freien Presse" zu. Osteks wurde vom Zweckverband Wasserwerke Erzgebirge (ZWW) am Landgericht Chemnitz auf die Zahlung von 126.000 Euro Kosten verklagt, hält die Summe aber für zu hoch. 

"Wir mussten die Kläranlage zweimal abschalten, abpumpen und reinigen", sagt ZWW-Geschäftsführer Frank Kippig. Mit Leuchtbakterien, einem Labor-Befund und Kanalnetz-Messgeräten wurde im Trüben nach der tödlichen Chemikalie gefischt. Lippenbekenntnisse oder Klagen bringen Frank Schreier (55) vom Anglerverein Elterlein nichts.

Von der Firma Osteks im Gewerbegebiet Elterlein aus lief Ziram in die Kläranlage.
Von der Firma Osteks im Gewerbegebiet Elterlein aus lief Ziram in die Kläranlage.  © Ralph Kunz
Hunderte Bachforellen und seltene Bachneunaugen starben bei den Chemie-Unfällen am 2. und 22. August 2019.
Hunderte Bachforellen und seltene Bachneunaugen starben bei den Chemie-Unfällen am 2. und 22. August 2019.  © Frank Schreier

"Der Schwarzbach ist klinisch bereinigt und tot. Bachforellen und Bachneunaugen sind ausgelöscht", sagt er. Landratsamt, Landesregierung und Behörden würden "nur rumeiern".

Trotz der Katastrophe setzte er wieder 5000 kleine Bachforellen aus. "In drei Jahren sind sie laichfähig, in zehn Jahren fangbar. Wenn nicht noch Rückstände da sind."

Titelfoto: Frank Schreier

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