Ermittlungen nach tödlichem Zugunglück im Erzgebirge abgeschlossen

Karlsbad/Prag - Ein halbes Jahr nach einem tödlichen Zugunglück im Erzgebirge sind die Ermittlungen abgeschlossen worden.

Bei dem Zugunglück im Juli 2020 wurden zwei Personen getötet.
Bei dem Zugunglück im Juli 2020 wurden zwei Personen getötet.  © Bernd März

Bei dem Zusammenstoß zweier Triebwagen im tschechischen Grenzgebiet zu Deutschland waren zwei Fahrgäste getötet worden, darunter ein 49 Jahre alter Deutscher.

Unmittelbare Ursache sei menschliches Versagen eines der beiden Triebwagenführer gewesen, teilte die Eisenbahninspektion in Prag am Donnerstag mit.

Der Mann sei ohne Erlaubnis der Fahrdienstleitung aus dem Bahnhof Pernink abgefahren, statt die Kreuzung des entgegenkommenden Zuges abzuwarten, hieß es im Abschlussbericht. Er war bei der Kollision selbst schwer verletzt worden.

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Das Unglück geschah am 7. Juli 2020 auf der eingleisigen Nebenbahn zwischen Karlsbad (Karlovy Vary) und Johanngeorgenstadt in Sachsen.

Die Ermittler rügten zudem die mangelnde technische Absicherung der Strecke und empfahlen Nachbesserungen. Sicherungssysteme hätten genau diesen menschlichen Fehler verhindern können.

Die tschechische Staatsbahn CD hatte auf das Unglück mit der Entwicklung einer eigenen Mobilfunk-App für ihr Zugpersonal reagiert. Damit können Lokführer die Lage aller Züge einsehen, die via GPS ermittelt wird.

Kommen sich zwei Züge auf eingleisigen Strecken zu nahe, ertönt ein Warnsignal.

Titelfoto: Bernd März

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