Ermittlungen nach tödlichem Zugunglück im Erzgebirge abgeschlossen, Fahrer droht lange Haft

Prag/Karlsbad - Knapp ein Jahr nach einem tödlichen Zugunglück im Erzgebirge hat die tschechische Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen.

Im Juli 2020 kam es im Erzgebirge zu einem tödlichen Zugunglück. Unter den Todesopfern war auch ein Deutscher (†49). Nun hat die Polizei die Ermittlungen zu dem Unglück abgeschlossen.
Im Juli 2020 kam es im Erzgebirge zu einem tödlichen Zugunglück. Unter den Todesopfern war auch ein Deutscher (†49). Nun hat die Polizei die Ermittlungen zu dem Unglück abgeschlossen.  © B&S

Sie beschuldigt einen der beiden Triebfahrzeugführer, sich nicht an die Betriebsvorschriften gehalten zu haben. Der 28-Jährige habe seine Abfahrt nicht gemeldet und die Vorbeifahrt des entgegenkommenden Zuges nicht abgewartet, teilte eine Polizeisprecherin am Mittwoch mit.

Bei der Kollision waren zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Deutscher (49, TAG24 berichtete). Zudem gab es neun Schwer- und 15 Leichtverletzte.

Bei einer Verurteilung drohen dem Eisenbahner den Angaben zufolge bis zu zehn Jahre Haft. Der Vorwurf laute auf fahrlässige Gefährdung der Allgemeinheit. Zu dem gleichen Schluss war bereits die staatliche Eisenbahninspektion gekommen. Sie rügte indes auch die mangelnde technische Absicherung der Strecke und empfahl Nachbesserungen.

Die beiden Triebwagenzüge waren am 7. Juli 2020 auf eingleisiger Strecke zwischen Karlsbad (Karlovy Vary) und Johanngeorgenstadt bei dem Dorf Pernink frontal zusammengestoßen. Der Sachschaden belief sich auf rund eine Million Euro.

Titelfoto: B&S

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