Marcel Drechsler (37) erforscht die Milchstraße: Dieser Erzgebirger greift nach den Sternen

Bärenstein - Vom kleinen Bärenstein ins unendliche Weltall! Amateur-Astronom Marcel Drechsler (37) ist auf der Suche nach unentdeckten Nebelflecken - das sind Überreste von Sternen. Dafür wäre er jetzt gern in Chile, doch weil das Reisen eingeschränkt ist, erforscht der Bärensteiner die Milchstraße mit zwei Forscher-Freunden aus Frankreich und den USA von zu Hause aus.

Auf diesem Bild ist der Nebel (roter Bereich) gut zu erkennen. Ringsherum tummeln sich zahlreiche Sterne als funkelnde Punkte.
Auf diesem Bild ist der Nebel (roter Bereich) gut zu erkennen. Ringsherum tummeln sich zahlreiche Sterne als funkelnde Punkte.  © Georg Ulrich Dostmann

Dafür reicht ein einfacher Computer. Das Mega-Teleskop (ein Meter Durchmesser, 200 Dollar/Stunde), das sie zu dritt gemietet haben, steht in einer Wüste im Norden Chiles. 

"Wir steuern es vom PC aus", sagt der Grafiker. Zielobjekte sind sogenannte Sternennebel. Das sind Überbleibsel von Sternen, die in alle Richtungen streuen. "Man kann sich das wie das Fruchtfleisch eines Pfirsichs vorstellen." 

In unserer Milchstraße tummeln sich Tausende solcher Nebel. Einen noch unbekannten wollen die Forscher in den nächsten Wochen nachweisen.

Gemacht wurde die Entdeckung auf einem Foto der NASA. "Sternwarten aus allen Ecken der Erde fotografieren jede Nacht den Himmel. Wir schauen uns diese Fotoplatten genauer an und entdecken natürlich das ein oder andere, das wir nun mit eigenen Aufnahmen beweisen wollen." 

Theoretisch könne jeder auf bis zu 100.000 Fotoplatten zugreifen. Man müsse allerdings verschiedene Techniken draufhaben, um tatsächlich noch unentdeckte All-Materie ausfindig zu machen. Dazu kommen die extrem hohen Miet-Kosten für das Teleskop. "Wir haben zuvor erfolgreich Spenden gesammelt", so Drechsler. 

Über seinen Computer steuert Hobby-Astronom Marcel Drechsler (37) das Teleskop in Chile.
Über seinen Computer steuert Hobby-Astronom Marcel Drechsler (37) das Teleskop in Chile.  © Uwe Meinhold

Bis zum sicheren Nachweis eines Nebels müssen sich die Forscher viele Nächte um die Ohren schlagen. 

Titelfoto: Uwe Meinhold

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