Corona-Ampel steht auf Rot, kleiner Grenzverkehr rollt trotzdem weiter

Erzgebirge - Ist der kleine Grenzverkehr noch möglich, oder nicht? Seit Montag gilt Deutschland für Tschechien als Risikogebiet. Die Einreise ins Nachbarland ist nur unter verschärften Bedingungen möglich. Am Wochenende nutzten daher viele Sachsen die Gelegenheit, um noch einmal über die Grenze zu fahren und billig zu tanken oder sich mit Zigaretten einzudecken (TAG24 berichtete). Doch der kleine Grenzverkehr ist offenbar nach wie vor möglich, der befürchtete Einreisestopp blieb aus.

Freie Fahrt am Grenzübergang von Johanngeorgenstadt nach Potucky.
Freie Fahrt am Grenzübergang von Johanngeorgenstadt nach Potucky.  © André März

In Europa nutzen viele Länder das Ampelsystem, nachdem Länder in Abhängigkeit der Infektions- und Testrate der grünen, orangen und roten Kategorie zugerechnet werden. Für Deutschland sprang diese Ampel nun auf Rot.

Doch was bedeutet das genau? Das Auswärtige Amt schreibt auf seiner Seite für Tschechien: "Aus Ländern der roten Kategorie ist eine Einreise prinzipiell nicht möglich. Ausnahmen bestehen für Beschäftigte im internationalen Personen- und Güterverkehr, Diplomaten und Beschäftigte internationaler Organisationen mit Akkreditierung in Tschechien, Reisen aus dringenden gesundheitlichen und familiären Gründen und für Geschäfts- und Arbeitsaufenthalte, wenn der Aufenthalt 12 Stunden nicht überschreitet, sowie für Grenzpendler und Schüler und Studenten aus Nachbarländern."

Tomas Kafka von der tschechischen Botschaft in Berlin bestätigt das: "Die Deutschen können ab Montag für 12 Stunden-Aufenthalte ohne Test und Quarantäne nach Tschechien reisen."

Tschechiens Außenminister kündigte zudem an, dass dieser Passus schriftlich und festgehlaten wird. Bis Montagabend sollte damit Klarheit im Grenz-Wirrwar herrschen.

Wer also nur mal schnell zum günstigen Tanken über die Grenze will, kann das ohne Test tun und zwar an allen Grenzübergängen. Es muss natürlich auf die Maskenpflicht und die Abstandsregeln geachtet werden.

Allerdings wurde bereits am Sonntag von Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) angekündigt, dass der reine Einkaufstourismus gestoppt werden muss, wenn nötig per Verordnung. Ausflügler sollen auf den Grund ihrer Einreise angesprochen werden. Denn: "Es ist weder im tschechischen noch im deutschen Interesse, dass es ein großes Hin und Her gibt. Wir werden uns die Rechtsgrundlage nochmal anschauen."

Titelfoto: André März

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