Kommt Drosten bald nach Seiffen? Virologe will Erfinder seiner Räucherfigur besuchen

Seiffen - Mit seinem "Räucher-Drosten" sorgte der Seiffener Spielzeugmacher Tino Günther (58) bereits bundesweit für großes Aufsehen. Mitten in der Corona-Pandemie ist er beruflich so erfolgreich wie nie. Nun könnte einweiteres Highlight folgen.

Tino Günther ist stolz auf seinen "Räucher-Drosten". Dem Räuchermann kommt wegen des Mund-Nase-Schutzes nicht wie sonst üblich der Rauch aus dem Mund - ihm raucht vielmehr der Kopf.
Tino Günther ist stolz auf seinen "Räucher-Drosten". Dem Räuchermann kommt wegen des Mund-Nase-Schutzes nicht wie sonst üblich der Rauch aus dem Mund - ihm raucht vielmehr der Kopf.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Was mit einer Schnapsidee begonnen hatte, entwickelte sich zum bundesweiten Verkaufsschlager. Und das war so weder geplant, noch absehbar.

Denn als Günther einen ersten Prototypen der Räucherfigur entwickelte, die "rein zufällig" eine unverkennbare Ähnlichkeit mit dem Chefvirologen der Berliner Charité Prof. Christian Drosten (48) hat, wie der Erzgebirger stets augenzwinkernd betont, seien die Reaktionen verheerend gewesen.

Doch Günther ließ sich nicht entmutigen und startete die Produktion des 26 Zentimeter hohen Räuchermännchens, das einen weißen Kittel, den mittlerweile zum Alltag gehörenden Mund-Nasen-Schutz und zerzaustes Haar trägt.

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Inzwischen sind bereits mehr als 5000 Stück produziert. Und täglich kommen zwischen 20 und 30 Bestellungen neu dazu.

Diese Verkaufsexplosion sicherte nicht nur den sieben Mitarbeitern in der Manufaktur trotz Pandemie den Job. Günther konnte sein Personal sogar auf mehr als das Doppelte aufstocken.

Wird es bald auch Politiker als Räuchermann geben?

Wie die Freie Presse berichtet, freue den Seiffener aber noch ein ganz anderer Nebeneffekt des Booms um den "Räucher-Drosten". Denn bestellt werde dieser nicht nur innerhalb der Region, sondern bundesweit. Und weil sich Kunden, die mit der erzgebirgischen Tradition weniger bekannt sind, über "kaputte Figuren" gewundert haben, nahm Günther kurzerhand ein Erklär-Video auf YouTube auf.

Gegenüber der Freien Presse sagte er: "Seit diese Figur auf dem Markt ist, schreiben oder rufen uns ganz viele Menschen an, die noch nie etwas mit dem Erzgebirge zu tun hatten. Insofern ist dieser Räuchermann auch ein stückweit zum Botschafter für die Region geworden".

Und das nächste Highlight könnte schon bald folgen. Denn kein geringerer als der Chef-Virologe der Charité selbst habe die Geschichte um sein hölzernes Abbild verfolgt und eine Mail an Tino Günther geschrieben. Darin soll Drosten nicht nur die Einladung nach Seiffen angenommen haben, sondern auch eine optimistische Prophezeiung für die Weihnachtsmärkte Ende des Jahres abgegeben haben.

Ob es dann auch Politiker als Räuchermann geben wird? Eine Frage, die der Spielzeugmacher klar verneint. Denn als ehemliger FDP-Landtagsabgeordnete lehne er es ab, "Politiker als Räuchermännchen herzustellen".

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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