Explosionen in Brandwohnung: Erzgebirger rettet gehbehinderte Nachbarin aus Feuerhaus

Wolkenstein - Das hätte schlimm enden können! Aus bislang ungeklärter Ursache geriet am Montagvormittag das Dachgeschoss eines Wohnhauses im Wolkensteiner Ortsteil Hilmersdorf in Brand. Auch kleinere Explosionen waren zu hören. Zum Glück, denn dadurch wurde der Nachbar auf das Unglück nebenan aufmerksam.

Nachbar Hans-Jürgen Reichel half als Erster am Brandort.
Nachbar Hans-Jürgen Reichel half als Erster am Brandort.  © B&S

"Ich habe einen Knall gehört. Und dann sagte meine Frau schon: 'Guck mal aus dem Fenster!'", erinnert sich Hans-Jürgen Reichel.

Er sah den Qualm durchs Dachfenster dringen und wusste sofort: Seine Nachbarin ist gehbehindert, braucht wahrscheinlich Hilfe.

Während seine Frau die Feuerwehr in die Straße des Friedens alarmierte, lief Reichel ins Nebenhaus, half der Seniorin nach draußen. Sie musste medizinisch versorgt werden, blieb aber unverletzt.

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"Eins will ich klarstellen: Ich bin kein Held", sagt Hans-Jürgen Reichel, dem der Rummel um seine Person gar nicht behagt. "Ich wollte nur helfen, damit der Frau nichts passiert. Mehr haben wir nicht gemacht. Das Feuer hat doch die Feuerwehr gelöscht."

Die Einsatzkräfte rückten mit mehr als 30 Kräften an und löschten die Flammen, die sich auf der gesamten Etage ausgebreitet hatten. "Das Haus ist momentan nicht bewohnbar", bestätigt der Hilbersdorfer Wehrleiter Rene Bruchhold (42).

Brand gelöscht: Das Obergeschoss ist verrußt, das Haus derzeit unbewohnbar.
Brand gelöscht: Das Obergeschoss ist verrußt, das Haus derzeit unbewohnbar.  © B&S
Das Feuer im Dachgeschoss löschten die Kameraden über eine Drehleiter.
Das Feuer im Dachgeschoss löschten die Kameraden über eine Drehleiter.  © B&S

Möglicherweise stammten die lauten Knalle von explodierender Munition - der ebenfalls im Haus wohnende Sohn der geretteten Seniorin ist nach TAG24-Informationen Mitglied in einem Schützenverein. "Es könnten aber auch Spraydosen gewesen sein", gibt Wehrleiter Bruchhold zu bedenken. "Das müssen jetzt die Brandermittler klären."

Titelfoto: B&S

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