Ab 0 Uhr ist Sachsen abgeschottet! So bereitet die Bundespolizei die Grenzschließungen vor

Reitzenhain - In Sachsens Regierung herrscht die blanke Angst vor den hochansteckenden Corona-Mutationen, die im Nachbarland Tschechien für explosionsartige Infektionszahlen sorgen. Aus diesem Grund macht der Freistaat die Grenzen nach Tschechien ab Sonntag 0 Uhr komplett dicht (TAG24 berichtete). Die Vorbereitungen liefen am heutigen Samstag auf Hochtouren.

Schneeschippen am Grenzübergang: Die Bundespolizei bereitet sich in Reitzenhain auf die Grenzschließung vor.
Schneeschippen am Grenzübergang: Die Bundespolizei bereitet sich in Reitzenhain auf die Grenzschließung vor.  © André März

Auf der B174 im Marienberger Ortsteil Reitzenhain musste die Bundespolizei eine ehemalige Kontrollstelle fit für die anstehenden Grenzkontrollen machen. Zunächst musste der Weg in das Verwaltungsgebäude von Schnee befreit werden. Dazu kam ein Räumfahrzeug der Bundespolizei zum Einsatz - schippte die Schneemassen zur Seite.

Auch am Samstagabend war der Aufbau der Grenzstation noch voll im Gange - keine einfache Arbeit bei knackigen minus 10 Grad.

Und trotzdem: Pünktlich 0 Uhr soll die Kontrollstelle dann einsatzbereit sein.

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Doch ob an allen Grenzübergängen in Sachsen so hart kontrolliert wird wie in Reitzenhain, ist bislang unklar.

Ein Bundespolizeisprecher zu TAG24: "Aktuell ist noch nicht klar, ob wir an jeder Grenze stehen können oder nur stichprobenartig kontrollieren." Die Unklarheit würde unter anderem an der Abstimmung der tschechischen Polizeikollegen liegen. Hier gibt es offenbar noch einige Fragen zu klären.

Fakt ist: Wer ab Sonntag 0 Uhr bei einem Grenzübertritt von Tschechien nach Deutschland erwischt wird, keinen triftigen Grund vorlegen kann und keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, wird von der Bundespolizei wieder zurückgeschickt!

Mehrere Fahrzeuge der Bundespolizei stehen bereit! Ab Sonntag 0 Uhr wird am Grenzübergang Reitzenhain streng kontrolliert.
Mehrere Fahrzeuge der Bundespolizei stehen bereit! Ab Sonntag 0 Uhr wird am Grenzübergang Reitzenhain streng kontrolliert.  © André März

Dramatische Corona-Zahlen in Tschechien: Inzidenz teilweise über 1000!

Warnte vor dramatischen Corona-Zahlen in Tschechien: Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD).
Warnte vor dramatischen Corona-Zahlen in Tschechien: Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD).  © imago images /Uwe Meinhold

Die Corona-Zahlen in Tschechien seien "dramatisch", sagte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (46, SPD) am Freitag und verteidigte damit die Entscheidung, die Grenzen zum Nachbarland zu schließen.

Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) verteidigte die knallharten Grenzschließungen: "Uns bleibt nichts anderes übrig", sagte er am Samstag.

Dramatisch sind aktuell vor allem die Neuinfektionen im Dreiländereck zu Sachsen und Bayern. Im tschechischen Landkreis Cheb (deutsch Eger) nahe der deutschen Grenze liegt die Inzidenz aktuell bei über 1000.

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Um solche Horror-Zahlen in Sachsen zu vermeiden, reagiert der Freistaat und schottet sich ab Sonntag 0 Uhr gegenüber Tschechien komplett ab. Nach Deutschland einreisen dürfen dann nur noch Pflegepersonal, Lkw-Fahrer und Saisonkräfte, die in der Landwirtschaft tätig sind.

Die harten Einreiseregeln und die damit verbundenen Grenzkontrollen gelten zunächst für zehn Tage, also bis zum 23. Februar. Danach können sie maximal um drei Monate verlängert werden.

Titelfoto: André März

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