Immer wieder taucht Munition auf: Wie gefährlich ist der Hartmannsdorfer Forst?

Kirchberg - Unberührte Natur mit 100-jährigen Bergkiefern, Heidekraut und Moorflächen lockt Ausflügler in den zwischen Kirchberg und Schneeberg gelegenen Hartmannsdorfer Forst. Doch das friedliche Bild der knapp 2000 Hektar großen Naturerbe-Fläche trügt: Weil gehäuft Fundmunition in dem früher militärisch genutzten Areal auftauchte, wird jetzt geprüft, ob der Wald teilweise gesperrt werden muss.

Wer den Hartmannsdorfer Forst besucht, sollte die Waldwege nicht verlassen.
Wer den Hartmannsdorfer Forst besucht, sollte die Waldwege nicht verlassen.  © Uwe Meinhold

"Da wir nicht ausschließen können, dass im Boden Kampfmittel wie alte Munition verborgen sind, bitten wir unsere Gäste, auf den Wegen zu bleiben", sagt Marius Keite von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die Eigentümer des ehemaligen, von NVA und Bundeswehr genutzten Truppenübungsgebietes ist.

Auch die Polizei warnt: "In dem Waldgebiet wurden unter anderem Panzerabwehrmunition, Zünder, Gewehrgranaten und Kartuschen gefunden", sagt Polizeisprecher Christian Schünemann (37). "Wer etwas findet, sollte nichts berühren, sondern die Polizei informieren."

Um die genaue Gefahr abzuschätzen, wird der Kampfmittelbeseitigungsdienst eine Gefahrenprognose für das Gebiet erstellen.

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"Mögliche Sicherheitsvorkehrungen wie etwa weitere Warnschilder und Sperrungen einzelner Bereiche werden nun geprüft", hieß es von der DBU.

Polizeisprecher Christian Schünemann warnt vor Fundmunition.
Polizeisprecher Christian Schünemann warnt vor Fundmunition.  © Maik Börner
Um das Risiko durch Munition abzuschätzen, untersuchen Spezialisten wie Renè Knab mit Metallsuchgeräten den Boden - hier bei einem Einsatz in Auerswalde.
Um das Risiko durch Munition abzuschätzen, untersuchen Spezialisten wie Renè Knab mit Metallsuchgeräten den Boden - hier bei einem Einsatz in Auerswalde.  © Ralph Kunz
Auf alten Truppenübungs-Geländen taucht immer wieder alte Munition auf.
Auf alten Truppenübungs-Geländen taucht immer wieder alte Munition auf.  © Polizei

Das ehemalige Sperrgebiet war 2008 wieder für Jedermann zugänglich gemacht worden. Ein Netz aus Wander-, Rad- und Reitwegen wurde angelegt und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit.

Titelfoto: Ralph Kunz, Uwe Meinhold

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