Bei uns steht alles still, doch in Tschechien herrscht Andrang auf den Skipisten

Oberwiesenthal/Jáchymov - Irre! Während in Oberwiesenthal die Skipisten zwangsläufig leer sind, gibt es in Tschechien einen regelrechten Besucherandrang! Die Skisaison hat eröffnet, trotz Corona.

Trotz Corona: In Tschechien herrschte am Samstag reges Treiben auf der Skipiste am Klínovec (Keilberg).
Trotz Corona: In Tschechien herrschte am Samstag reges Treiben auf der Skipiste am Klínovec (Keilberg).  © André März

Am Klínovec (deutsch Keilberg), dem höchsten Berg im Erzgebirge, war am Samstag mächtig was los. Hunderte Besucher waren auf den Pisten unterwegs, die Parkplätze waren gut gefüllt.

Liftbetreiber Petr Zement zählte am Samstagmittag an die 1000 Besucher - fast alles Tschechen. Denn wer von Deutschland aktuell ohne triftigen Grund nach Tschechien fährt und keinen negativen Corona-Test vorlegen kann, muss in Quarantäne. So bleibt der Ski-Spaß vorerst nur unseren Nachbarn vorbehalten.

Aber ganz ohne Hygienekonzepte geht es auch in Tschechien nicht. So darf zum Beispiel nur jeder zweite Sessellift besetzt werden. Auch wird durch Schilder auf die Abstandsregeln hingewiesen. Die Kapazität ist zudem auf maximal 2000 Besucher begrenzt.

Zusätzlich kontrolliert die tschechische Polizei die Einhaltung der Hygieneregeln. Auch an den Grenzen wird kontrolliert. Deutsche, die in die Wintersportgebiete einreisen wollen, werden wieder zurückgeschickt - außer sie können einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Seit Freitag dürfen in Tschechien die Skigebiete wieder öffnen. Das gab Gesundheitsminister Jan Blatny bekannt: "Wir glauben, dass die meisten Menschen wirklich zum Sport in die Berge fahren und nicht wegen der abendlichen Unterhaltung", verteidigte Blatny die Entscheidung.

Hunderte Tschechen nutzten die Gelegenheit und machten einen Abstecher zum Klínovec.
Hunderte Tschechen nutzten die Gelegenheit und machten einen Abstecher zum Klínovec.  © André März

Unterdessen heißt es für die deutschen Skibetreiber: zittern! Denn wann sie ihre Skipisten eröffnen dürfen, ist weiterhin unklar. René Lötzsch (46), Geschäftsführer der Fichtelberg Schwebebahn, hofft, dass die Saison spätestens im Januar des kommenden Jahres beginnt. "Alles andere wäre eine Katastrophe", erzählte der 46-Jährige im Gespräch mit TAG24 vor zwei Wochen.

Titelfoto: André März

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