Wegen zahlreichen Protesten: Erstes "Erzleuchten" war kleiner als geplant

Jahnsdorf - Am Samstagabend, um 22 Uhr, fand das erste "Erzleuchten" im Erzgebirge statt. Pyrotechniker Stephan Boden (33) zündete zusammen mit seinen Chemnitzer Kollegen insgesamt vier Feuerwerke aus verschiedenen Anhöhen. Doch letztlich war die Pyro-Show kleiner und leiser als geplant. 

Am Samstagabend fand das erste "Erzleuchten" im Erzgebirge statt.
Am Samstagabend fand das erste "Erzleuchten" im Erzgebirge statt.  © Erz-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Denn trotz behördlicher Genehmigungen gab es im Vorfeld zahlreiche Proteste von Landwirten, die eine Petition starteten und die Pyrotechniker zum Teil auch bedroht haben sollen. Die Bauern befürchteten durch die Pyro-Show verstörtes Weide-Vieh und Waldbrände.

Daraufhin beschloss Boden die großen Feuerwerksbomben wegzulassen und stattdessen nur kleinkalibriges Feuerwerk zu zünden.

Damit ging das Feuerwerk nur etwa Minuten - geplant war ursprünglich eine halbe Stunde.

"Die Gegenstimmen haben trotz massiven Einschränkungen und Entgegenkommen im Vorfeld nicht nachgelassen, sodass selbst am Tag der Durchführung der Umfang der Feuerwerke noch einmal merklich reduziert werden musste, um hier Konflikte zu vermeiden", schildert der Pyrotechniker.

Zahlreiche Zuschauer waren gekommen, um sich das Spektakel anzuschauen. Das wollte Boden ursprünglich vermeiden, hielt im Vorhinein die genauen Abschluss-Standorte geheim.

Das sollte eigentlich vermieden werden: Zahlreiche Zuschauer waren gekommen, um sich das Spektakel aus der Nähe anzuschauen.
Das sollte eigentlich vermieden werden: Zahlreiche Zuschauer waren gekommen, um sich das Spektakel aus der Nähe anzuschauen.  © Erz-Foto/Georg Ulrich Dostmann

"Erzleuchten" soll eine einmalige Aktion bleiben

Pyrotechniker Stephan Boden (33) veranstaltete das erste "Erzleuchten" im Erzgebirge.
Pyrotechniker Stephan Boden (33) veranstaltete das erste "Erzleuchten" im Erzgebirge.  © haertelpress / Harry Haertel

Stephan Boden, Inhaber der Firma "colorfulPyro" in Burkhardtsdorf, leidet aktuell besonders. 

Durch die Corona-Krise brachen alle Aufträge - beispielsweise auf Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Festen - bis September weg. Dadurch seien Ausfälle im fünfstelligen Bereich entstanden.

Mit dem "Erzleuchten" möchte Boden in dieser schwierigen Zeit ein positives Zeichen in die Welt setzen und gleichzeitig an die gesamte Veranstaltungsbranche erinnern, die stark unter der Corona-Krise leidet. 

"Außerdem wollte ich meiner Freude am Feuerwerk wieder einmal nachgehen", sagte Stephan Boden.

Das "Erzleuchten" soll allerdings eine einmalige Aktion bleiben, verrät der Pyrotechniker.

Auch die Anzahl von Leucht- und Knall-Effekten war reduziert, weil Bauern verstörtes Weide-Vieh und Waldbrände befürchtet hatten.

Titelfoto: Erz-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Mehr zum Thema Erzgebirge:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0