Leipziger Fußball-Fans randalieren im Erzgebirge und zünden Bengalos

Oberwiesenthal - Am Samstagnachmittag eskalierte der Besuch von einer 30-köpfigen Fangruppe des 1. FC Lok Leipzig im Erzgebirge.

Die Fangruppe beklebte zahlreiche Straßenschilder, Briefkästen und Hauswände.
Die Fangruppe beklebte zahlreiche Straßenschilder, Briefkästen und Hauswände.  © Sven Gleisberg

Wie die Polizei Chemnitz mitteilte, war diese Personengruppe am Samstagnachmittag in der Oberwiesenthaler Innenstadt unterwegs und klebte Fußball-Aufkleber an Verkehrsschilder, Hauswände und Briefkästen am Markt.

Außerdem bewarfen sie unbeteiligte Passanten mit Schneebällen und entzündeten bengalische Feuer, beleidigten die Polizisten und stellten sich ihnen immer wieder in den Weg. Verletzt wurde dabei jedoch niemand.

Bevor weitere Unterstützungskräfte vor Ort eintrafen, stiegen die 30 Fußball-Fans gegen 15.20 Uhr wieder in einen Reisebus, um über Chemnitz zurück nach Leipzig zu fahren. Offenbar unternahm die Gruppe einen spontanen Ausflug ins Erzgebirge beziehungsweise ins nahe gelegene Tschechien.

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Mehrere Einsatzkräfte begleiteten den Bus über die B95. Am Alt-Chemnitz-Center in der Annaberger Straße warteten weitere Beamten und der Reisebus wurde aus dem Verkehr gezogen. Mit allen Insassen führte die Polizei eine mehrstündige Identitätsfeststellung durch. Dabei berichtete der Busfahrer, dass einige Mitreisende während der Fahrt unter anderem "Sieg Heil" skandierten und volksverhetzende Musik abspielten.

Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Dabei ist jedoch noch nicht sicher, ob sich dies gegen alle mitreisenden Personen richten wird.

Die Polizei ermittelt nun gegen eine 30-köpfige Gruppe von Lok-Leipzig-Fans. (Symbolbild)
Die Polizei ermittelt nun gegen eine 30-köpfige Gruppe von Lok-Leipzig-Fans. (Symbolbild)  © dpa/Friso Gentsch

Außerdem wurden im Laufe des Tages im Oberwiesenthaler Stadtgebiet weitere Sachbeschädigungen wie ein Graffito und beschädigte Weihnachtsdekorationen festgestellt, bei denen die jungen Leute ebenfalls infrage kommen.

Titelfoto: Sven Gleisberg

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