Frühling? Von wegen! Im Erzgebirge gibt es den Mega-Frostschock

Marienberg - Während in den meisten Teile Sachsens langsam der Frühling anklopft und in Drebach die Krokuswiesen aufblühen, herrscht in Marienberg-Kühnhaide noch tiefster Winter, zumindest von den Temperaturen.

In der Nacht zu Donnerstag waren in Kühnhaide eisige minus 11 Grad.
In der Nacht zu Donnerstag waren in Kühnhaide eisige minus 11 Grad.  © André März

Die Kältekammer Sachsens hat in der Nacht zu Donnerstag ihrem Namen mal wieder alle Ehre gemacht: Laut der örtlichen Wetterstation fiel das Thermometer in der Bachsenke auf eisige minus 11 Grad! Auch zwei Meter über dem Boden war es mit minus 8 Grad nicht viel wärmer. Das bestätigen auch die Messwerte bei Kachelmannwetter.

Kälter war es sonst nirgends im Freistaat! Mit minus 4 Grad war es auf dem Fichtelberg und in Sohland an der Spree vergleichsweise mild.

Der Deutsche Wetterdienst warnt aber in ganz Sachsen am Donnerstagmorgen vor Frost und Glätte.

In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen laut Experten wieder steigen. Schon Sonntag klettert das Quecksilber örtlich auf elf Grad, in der kommenden Woche kann es auf über 15 Grad gehen.

Warum ist es in Kühnhaide immer so kalt?

In der Statistik der kältesten Orte fällt der Marienberger Ortsteil Kühnhaide immer wieder durch seine extremen Minusgrade auf, sogar im Sommer! Denn als Deutschland im Juli 2018 bei anhaltenden Temperaturen von mehr als 30 Grad schwitzte, gab es in Kühnhaide Bodenfrost bei minus 4 Grad (TAG24 berichtete). 

Doch warum ist das so? Der Erzgebirgsort liegt am Oberlauf der Schwarzen Pockau in einem talsohlenartigen Hochtal (auf etwa 730 Metern über normal Null), das von Wäldern begrenzt ist. In klaren Nächten bilden sich hier Kälteseen und die eisige Luft kann durch die Wälder nicht abfließen. Dadurch gilt Kühnhaide auch als einer der kältesten bewohnten Orte Deutschlands.

Den absoluten Kälterekord hält allerdings das benachbarte Deutschneudorf. Dort war es im Winter 1956/1957 mit minus 35,5 Grad am kältesten.

Titelfoto: André März

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