Nach Rassismus-Attacke im Erzgebirge: Auch ein Polizist gehörte zur fremdenfeindlichen Gruppe!

Aue-Bad Schlema - Rassismus-Attacke im Linienbus! Im erzgebirgischen Aue-Bad Schlema wurde am vergangenen Samstag ein Somalier (20) von einer achtköpfigen Gruppe fremdenfeindlich beleidigt. Wenig später flogen die Fäuste - mindestens zwei der Männer attackierten den 20-Jährigen, verletzten ihn dabei. Nun stellte sich heraus: Auch ein Polizist gehörte zur Gruppe!

In Aue-Bad Schlema wurde am Samstag ein junger Mann (20) in einem Bus von einer fremdenfeindlichen Gruppe angegriffen.
In Aue-Bad Schlema wurde am Samstag ein junger Mann (20) in einem Bus von einer fremdenfeindlichen Gruppe angegriffen.  © Niko Mutschmann

"Im Zuge der ersten Befragungen und Ermittlungen (...) stellte sich heraus, dass ein Polizeibeamter der Polizeidirektion Zwickau im Dienstfrei zur besagten achtköpfigen Gruppe gehörte", so ein Sprecher der Polizei.

Auch die Videoaufnahmen wurden mittlerweile genau unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich, dass der Polizist zwar offenbar nicht auf den Somalier einschlug, die Attacke aber auch nicht verhinderte.

Außerdem kam er dem verletzen Mann nicht zur Hilfe. Damit habe der Beamte gegen beamtenrechtliche Pflichten verstoßen, die er auch außerhalb seiner Dienstzeiten einhalten muss.

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Nun wird geprüft, ob sich der Polizist durch sein Verhalten strafbar gemacht hat.

Doch schon jetzt bekommt der Beamte die Konsequenzen zu spüren: "Die Polizeidirektion Zwickau hat nun dienstrechtliche Schritte gegen den Polizeibeamten geprüft und im Ergebnis ein Disziplinarverfahren eingeleitet", heißt es von der Polizei.

Polizeipräsidenten machen klare Ansage: "Polizisten dürfen auch außerhalb des Dienstes nicht wegschauen!"

Die Polizeipräsidenten Lutz Rodig und Carsten Kaempf machen eine klare Ansage: "Wir erwarten von unseren Polizisten, dass sie auch außerhalb des Dienstes die Begehung von Straftaten verhindern, zu deren Aufklärung beitragen und nicht wegschauen."

In welchem Umfang der Beamte an der Attacke beteiligt war, wird nun weiterhin geklärt. Die weiteren Ermittlungen werden nun vom Dezernat Staatsschutz der Chemnitzer Kriminalpolizei geleitet.

Titelfoto: Niko Mutschmann

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