Technik-Neuheit aus Sachsen: Dieser Reiniger filtert Coronaviren aus der Luft

Neukirchen - Eine Neukirchener Firma will Coronaviren in Innenräumen den Garaus machen: Die Übertragung in Pflegeheimen, Büros, Geschäften und Klassenzimmern ist eines der größten Probleme dieses Winters. Die Firma ReTecCom hat gemeinsam mit Jenaer Forschern einen neuartigen Luftreiniger entwickelt. Das Gerät kommt im Dezember auf den Markt.

Firmenchef Manfred Hainzinger (60) will den Luftfilter aus Neukirchen im Dezember auf den Markt bringen.
Firmenchef Manfred Hainzinger (60) will den Luftfilter aus Neukirchen im Dezember auf den Markt bringen.  © Kristin Schmidt

"Unser Luftreiniger arbeitet mit UV-Licht, genauer UV-C-Strahlung, die beispielsweise auch zur Desinfektion medizinischer Instrumente eingesetzt wird. Die Besonderheit unserer Entwicklung ist, dass die Luft knapp zwei Sekunden in dem Gerät zirkuliert", sagt Geschäftsführer Manfred Hainzinger (60).

"Erst nach dieser Zeit tötet das UV-Licht Coronaviren zuverlässig ab. Das haben Versuche am Forschungsinstitut GMBU in Jena nachgewiesen, wo unser Prototyp getestet wurde."

Eigentlich beschäftigt sich das Unternehmen am Chemnitzer Stadtrand mit der Reparatur von Monitoren und Displays von Bank- und Fahrscheinautomaten.

Die Idee für den Luftreiniger kam durch einen Zufall zustande.

"Ein Kunde fragte im April, ob wir etwas gegen Viren haben. Ich dachte an eine Firewall, er an die Raumluft in einer Bank", erinnert sich Hainzinger. "Da hat es bei uns Klick gemacht. Wir haben uns intensiv mit dem Thema beschäftigt und uns wissenschaftliche Unterstützung geholt."

Entwicklungsleiter Daniel Hoyer (38) prüft mithilfe einer Nebelmaschine und Zeitlupenaufnahmen, ob angesaugte Luft lang genug im Luftfilter bleibt, um die Viren abzutöten.
Entwicklungsleiter Daniel Hoyer (38) prüft mithilfe einer Nebelmaschine und Zeitlupenaufnahmen, ob angesaugte Luft lang genug im Luftfilter bleibt, um die Viren abzutöten.  © Kristin Schmidt

Der 18 Kilogramm schwere Luftreiniger wird einfach an Wand oder Decke montiert und in die Steckdose gesteckt. Er reinigt maximal 300 Kubikmeter Luft pro Stunde und soll zwischen 1800 und 1900 Euro kosten.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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