Sachsens Kurorte in Not: Schließungen und Insolvenzen drohen

Erzgebirge/Sachsen - Anfang April schlugen Sachsens Kurorte Alarm! Die Corona-Beschränkungen trafen die Gesundheitsorte deutlich härter als andere Städte und Gemeinden im Freistaat (TAG24 berichtete). Jetzt, etwa drei Monate später, haben die Heilbäder und Hotels wieder offen. Doch das finanzielle Loch ist groß. Aus diesem Grund fordern die Kurorte und Heilbäder nun eine Schadensbegrenzung. 

Der Kurort Oberwiesenthal ist der höchstgelegenste Kurort Deutschlands. Die Touristen blieben auch hier während der Corona-Beschränkungen mehrere Wochen aus.
Der Kurort Oberwiesenthal ist der höchstgelegenste Kurort Deutschlands. Die Touristen blieben auch hier während der Corona-Beschränkungen mehrere Wochen aus.  © Uwe Meinhold

Insgesamt 16.000 Gästebetten zählen Sachsens Kurorte. Die meisten Betten standen wochenlang leer - die Gäste blieben aus. 

Sachsens Heilbäder trifft es noch heftiger: Denn anders als Hotels konnten diese ihren Betrieb nicht einfach einstellen. Die umfangreiche Technik musste trotz ausbleibender Gäste weiter gewartet werden. Der Unterhalt der Anlagen habe erheblich zu Buche geschlagen.  

Die entstandenen Kosten müssen - nach aktuellem Stand - durch die öffentlichen Träger, meist durch die Kurorte selbst, ausgeglichen werden.

"Dies stellt die Kurorte und Heilbäder vor schier unlösbare finanzielle Herausforderungen", schimpft der Sächsische Heilbäderverband.

Gleichzeitig kritisiert der Verband das Konjunkturpaket der Landesregierung. Beim sächsischen Schutzschirm für Kommunen seien touristische Einnahmeverluste nicht berücksichtigt worden.

Damit keine Schließungen und Insolvenzen drohen, fordert der Sächsische Heilbäderverband nun finanzielle Unterstützung, quasi eine Schadensbegrenzung.

"Sachsen darf in dieser Situation seine Kurorte und Heilbäder nicht hängen lassen", so Prof. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes. Dadurch würde der Freistaat eine langfristige Schädigung dieses wichtigen Wirtschaftszweigs billigend in Kauf nehmen.

Prof. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes hofft, dass der Freistaat seine Kurorte und Heilbäder nicht hängen lässt.
Prof. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes hofft, dass der Freistaat seine Kurorte und Heilbäder nicht hängen lässt.  © Sächsischer Heilbäderverband e.V.
Die sächsischen Thermen, wie das Thermalbad Wiesenbad, sind besonders von der Corona-Krise betroffen.
Die sächsischen Thermen, wie das Thermalbad Wiesenbad, sind besonders von der Corona-Krise betroffen.  © Dieter Knoblauch

Resch fordert eine vergleichbare Unterstützung, wie sie jetzt dem übrigen sächsischen Mittelstand zugutekommt. Außerdem spricht er sich für nicht zurückzuzahlende Direkthilfen aus.

Titelfoto: Uwe Meinhold/Dieter Knoblauch

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