In diesen sächsischen Gebieten müssen Hausbauer bald tiefer in die Tasche greifen: Das ist der Grund

Sachsen - In einigen Teilen Sachsens müssen Hausbauer künftig tiefer in die Tasche greifen. Grund dafür ist eine neue Allgemeinverfügung des Sächsischen Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie.

In einigen Regionen des Erzgebirges müssen Hausbauer künftig tiefer in die Tasche greifen. Der Freistaat schreibt neue Schutzmaßnahmen gegen Radonbelastung vor (Symbolbild).
In einigen Regionen des Erzgebirges müssen Hausbauer künftig tiefer in die Tasche greifen. Der Freistaat schreibt neue Schutzmaßnahmen gegen Radonbelastung vor (Symbolbild).  © 123rf/ginasanders

Laut der Allgemeinverfügung wurden nun insgesamt 107 sächsische Gemeinden als Radonvorsorgegebiet eingestuft - 49 der Gemeinden liegen im Erzgebirge.

Auch das Vogtland ist mit 21 Gemeinden betroffen, Mittelsachsen mit 19 Gemeinden, zwölf im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und sechs im Landkreis Zwickau.

In diesen Gebieten ist zu erwarten, dass radioaktives Radon einen Grenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Innenraumluft überschreitet.

Aus diesem Grund müssen in diesen Regionen Hausbauer spezielle Schutzfolien verlegen. Zusätzlich können - je nach Belastung - weitere Maßnahmen erforderlich sein. So kann beispielsweise eine Bodenplatte aus wasserundurchlässigem Beton vonnöten sein, damit das Radon nicht in das Gebäude eindringen kann.

Dies kann beim Hausbau deutlich höhere Kosten verursachen. Alleine die Messung schlägt zu Buche.

Diese Karte zeigt die Radon-Risikogebiete in Sachsen. Dort müssen vor dem Hausbau einige Schutzmaßnahmen getroffen werden.
Diese Karte zeigt die Radon-Risikogebiete in Sachsen. Dort müssen vor dem Hausbau einige Schutzmaßnahmen getroffen werden.  © Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen

Auch Arbeitgeber müssen künftig Messungen vornehmen und gegebenenfalls handeln

Ein Radon-Messgerät zeigt eine enorme Konzentration des Gases an - eine unsichtbare Gefahr (Archivbild).
Ein Radon-Messgerät zeigt eine enorme Konzentration des Gases an - eine unsichtbare Gefahr (Archivbild).  © Hendrik Schmidt/dpa

Doch nicht nur Hausbauer, auch Unternehmer, die in den Risikogebieten ansässig sind, müssen bis zum Sommer 2021 handeln.

In der Allgemeinverfügung heißt es: "Arbeitgeber und Selbstständige in Radonvorsorgegebieten dazu verpflichtet, an Arbeitsplätzen im Keller und im Erdgeschoss ab dem 31. Dezember 2020 Radonmessungen durchzuführen."

Sollte bei den Messungen 300 Becquerel pro Kubikmeter am Arbeitsplatz überschritten werden, muss der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen - beispielsweise Kellerräume besser abdichten. Die Messungen müssen ab dem 31. Dezember 2020 vorgenommen werden, heißt es.

Radion ist ein natürliches radioaktives Edelgas - es entsteht überall im Boden. Man kann es weder riechen, noch schmecken.

Vor allen in Bergbaugebieten kommt es oftmals zu einer hohen Konzentration. Ein Problem: Denn das Gas kann in diesen Gebieten durch Risse und Fugen in Gebäude und in Wohnräume steigen. Wird Radon in erhöhten Mengen über einen längeren Zeitraum eingeatmet, kann dies zu Lungenkrebs führen.

Weil Sachsen ein erhöhtes Radonpotenzial aufweist, wurde nun die neue Allgemeinverfügung erlassen. Alle Radon-Risikogebiete in Sachsen findet Ihr >>hier.

Titelfoto: Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen, 123rf/ginasanders

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