Unmoralisches Angebot: Scheich-Enkel will Bürgermeister Mirko Ernst mit "Sputnik V" impfen

Oberwiesenthal - Nacktrodel-Veranstalter Joachim Nöske (68) will Bürgermeister Mirko Ernst (50, FDP) pieksen - und zwar diesmal ganz versöhnlich. Der Oberwiesenthaler Gastronom lädt das Stadtoberhaupt, mit dem er sich in der Vergangenheit oft und gern zankte, zum Versöhnungsimpfen ein.

Mit seinem Nacktrodel-Plakat ärgerte Joachim Nöske (68) den Bürgermeister. Jetzt will er den Versöhnungspieks.
Mit seinem Nacktrodel-Plakat ärgerte Joachim Nöske (68) den Bürgermeister. Jetzt will er den Versöhnungspieks.  © Kristin Schmidt

"Ich war im März auf Geschäftsreise in Dubai. Dort lernte ich in der Skihalle Mohammel bin Mastur kennen, einen Enkel des Scheichs. Als ich mich während der Reise mit Corona infizierte, schickte er extra Privatärzte ins Quarantänehotel und vermittelte mir anschließend eine Impfung mit Sputnik V", erzählt Nöske die Vorgeschichte.

Nach seiner Rückkehr unterbreitet der umtriebige Nacktrodel-Veranstalter Oberwiesenthals Bürgermeister nun das Angebot: "Der Scheich-Enkel spendiert auch Mirko Ernst eine Impfung mit Sputnik und lädt ihn dazu nach Dubai ein."

Und wie kommt das, bitteschön?

Auch darauf hat Joachim Nöske eine Antwort, die ebenso abgehoben wie plausibel einschlägt: "Der Scheich-Enkel und ich entwickelten die Idee, dass Dubai bis zur nächsten Olympiade eine Mannschaft Skispringer aufstellen und dafür in Oberwiesenthal trainieren könnte. Daher ist man in Dubai an guten Verbindungen zum Stadtoberhaupt interessiert."

Im Rathaus von Oberwiesenthal war Veranstalter Nöske in der Vergangenheit nicht gern gesehen.
Im Rathaus von Oberwiesenthal war Veranstalter Nöske in der Vergangenheit nicht gern gesehen.  © Kristin Schmidt
Nimmt Bürgermeister Mirko Ernst (50, FDP) das Impfangebot aus Dubai an?
Nimmt Bürgermeister Mirko Ernst (50, FDP) das Impfangebot aus Dubai an?  © Uwe Meinhold
Dubai lockt Impftouristen mit dem russischen Impfstoff "Sputnik V".
Dubai lockt Impftouristen mit dem russischen Impfstoff "Sputnik V".  © dpa/Jesus Vargas

Ob das Angebot auf offene Ohren stößt, ist fraglich. Als nächsten gemeinsamen Termin hatte sich der Bürgermeister bisher den Juni vorgemerkt: Dann soll vorm Amtsgericht Marienberg verhandelt werden, ob Nöske mit einer Bildmontage für das Nacktrodeln das Kunsturhebergesetz verletzt hat.

Titelfoto: dpa/Jesus Vargas, Uwe Meinhold

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