Wochenlange Sperrung: Industriekletterer untersuchen historische Staumauer

Pockau-Lengefeld - Wanderer müssen in den nächsten Wochen im Erzgebirge auf ein beliebtes Ziel verzichten: Die Mauerkrone der Talsperre Saidenbach ist bis Ende April gesperrt.

Industriekletterer untersuchen in den kommenden die denkmalgeschützte Staumauer der Talsperre Saidenbach. (Symbolbild)
Industriekletterer untersuchen in den kommenden die denkmalgeschützte Staumauer der Talsperre Saidenbach. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die Landestalsperrenverwaltung mitteilt, wird an der Staumauer die Bauwerksprüfung, die im Herbst begonnen wurde, fortgesetzt. Die Sperrung gilt daher nur wochentags.

Die Prüfung ist notwendig, um den Zustand der Luftseite zu erfassen. Dazu wird die Staumauer von Industriekletterern vermessen.

"Die Sicherheitstechnik der Kletterer befindet sich auf der Mauerkrone. Diese darf daher aus Sicherheitsgründen von Besuchern nicht betreten werden. Im gleichen Zeitraum wird auch der Zustand der Staumauer von der Wasserseite aus durch Taucher untersucht", berichtet ein Sprecher der Landestalsperrenverwaltung.

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Die Staumauer, die denkmalgeschützt ist, ist aus Bruchsteinen gebaut und an der Luftseite setzt sich in den Fugen Grünbewuchs an. Das kann zu Schäden an der Mauer führen.

"Deshalb müssen die Fugen regelmäßig, jedoch mindestens alle zwei Jahre, gereinigt werden", so die Landestalsperrenverwaltung.

Taucher untersuchen Wasserseite der Staumauer

Blick von der Staumauer der Talsperre Saidenbach. Die Mauerkrone ist bis Ende April wochentags gesperrt.
Blick von der Staumauer der Talsperre Saidenbach. Die Mauerkrone ist bis Ende April wochentags gesperrt.  © edith60/123 RF

Auf der Wasserseite ist die Staumauer zur Abdichtung verputzt. Teilweise gibt es auch einen Fliesenspiegel auf der Wasserseite. Alle zehn bis 15 Jahre müssen Taucher in der Talsperre ran, um den Zustand der Abdichtung zu dokumentieren und die Mauer auf eventuelle Veränderungen zu prüfen.

Die Talsperre Saidenbach gehört zu den Trinkwassertalsperren und wurde zwischen 1929 und 1933 gebaut. Sie ist mit 22,38 Millionen Kubikmetern der größte Rohwasserspeicher im Talsperrenverbundsystem Mittleres Erzgebirge.

Zusammen mit den Talsperren Neunzehnhain I, Neunzehnhain II und Einsiedel stellt die Saidenbachtalsperre Wasser für Chemnitz, Teile Mittelsachsens und des Erzgebirgskreises bereit.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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