Zoff um 2G-Regel in Aue! Ortsvorsteher: "Das war ein Fehler"

Aue-Bad Schlema - 2G-Zoff in Aue-Bad Schlema! Ein Aushang sorgte in den vergangenen Tagen für Aufregung: Nur noch Geimpfte oder Genesene dürfen in der Schiedsstelle und bei Ortsvorsteher Thomas Colditz (63, CDU) vorsprechen. Nach heftiger Kritik ruderte Colditz nun zurück, spricht von einem "Fehler".

Thomas Colditz (63, CDU), Ortsvorsteher von Aue-Bad Schlema, stimmte erst der 2G-Regel für Bürgerbesuche bei ihm zu - nun rudert er zurück (Archivbild).
Thomas Colditz (63, CDU), Ortsvorsteher von Aue-Bad Schlema, stimmte erst der 2G-Regel für Bürgerbesuche bei ihm zu - nun rudert er zurück (Archivbild).  © Holm Helis

Seit vergangenem Donnerstag hing an der Tür der Schiedsstelle in Aue-Bad Schlema ein Zettel. Die Botschaft: Nur noch Geimpfte und Genesene haben Zutritt. "Gleiches trifft nach Absprache auch für den Besuch beim Ortsvorsteher Thomas Colditz zu", heißt es weiter.

Im Klartext: Es soll eine 2G-Regel für die besagten Bürgerbüros gelten - Ungeimpfte werden komplett ausgeschlossen!

Es dauerte nicht lange, da hagelte es Kritik. Colditz bekam am Wochenende etliche Anrufe - die Auer schimpften auf die neuartige Corona-Regel.

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Daraufhin ruderte der Ortsvorsteher zurück. "Das war eine unüberlegte und falsche Vorgehensweise", erklärt Colditz gegenüber TAG24. Er selbst ärgere sich, dass er dieser Maßnahme zugestimmt hat.

Fakt ist: Die 2G-Regel wurde mittlerweile wieder rückgängig gemacht!

Ortsvorsteher entschuldigt sich: "Es war nicht meine Absicht, Menschen auszugrenzen"

Doch wie kam es überhaupt zu dieser Idee? Laut dem Ortsvorsteher kam der Auer Friedensrichter Horst Dippel auf das 2G-Modell. "Wir sind quasi Büro-Nachbarn", verrät Colditz. Da Dippel seine älteren Mitarbeiter im Büro schützen wollte, führte er die 2G-Regel ein und fragte Colditz, ob er diese unterstütze.

Der Ortsvorsteher habe dann, "etwas blauäugig", wie er erzählt, zugestimmt. Nun spricht der CDU-Mann von einem "Fehler", entschuldigt sich und forderte selbst, dass diese Regel wieder zurückgenommen wird.

"Es war nicht meine Absicht, Menschen auszugrenzen", so der 63-Jährige.

Dass die rechtsextremen "Freien Sachsen" auf Facebook Stimmung gegen ihn machen und von einem "Hausverbot" sprechen, findet Colditz überzogen. "Das muss man nicht so aufblasen", meint der CDU-Politiker.

Update, 17.50 Uhr: Zustimmung für gescheiterte 2G-Regel aus dem Stadtrat

Nicht nur Kritik, auch Zusprüche gibt es für das gescheiterte 2G-Modell in Aue. Stadtrat Tobias Andrä (39, Auer Liste der Unabhängigen) sagte dazu gegenüber TAG24: "Die beim Ortsvorsteher in Aue-Bad Schlema, Thomas Colditz, und Friedensrichter, Horst Dippel, ausgehängte 2G-Pflicht mag auf den ersten Blick überzogen wirken, weist jedoch perspektivisch in die richtige Richtung."

Und weiter: "Es sollten sich alle ehrlich machen: Allein die Impfung führt uns heraus aus dieser quälenden Pandemie und weder der Ortsvorsteher noch der Friedensrichter müssen sich deshalb in den Staub werfen!"

Andrä hatte sich bereits dafür ausgesprochen, dass es für alle Mitarbeiter im Auer Rathaus eine "Impfprämie" geben sollte. Über die Idee wird in der kommenden Stadtratssitzung im September diskutiert.

Titelfoto: Holm Helis

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