Protest gegen Rodungsarbeiten für A49-Ausbau: Schon mehr als 170 Straftaten

Homberg/Ohm - Im Zusammenhang mit den umstrittenen Rodungsarbeiten für den Ausbau der Autobahn 49 in Mittelhessen hat die Polizei in den vergangenen Wochen zahlreiche Straftaten registriert und Hunderte Platzverweise erteilt.

Ein Aktivist wird am 12. November durch Spezialkräfte im Dannenröder Wald festgehalten.
Ein Aktivist wird am 12. November durch Spezialkräfte im Dannenröder Wald festgehalten.  © Andreas Arnold/dpa

Für das Verkehrsprojekt wurden seit 1. Oktober Bäume im Herrenwald bei Stadtallendorf im Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie im Maulbacher Wald nahe Homberg/Ohm (Vogelsbergkreis) gefällt, seit 10. November laufen im ebenfalls nahe Homberg/Ohm gelegenen Dannenröder Forst Räumungs- und erste Rodungsarbeiten.

Dagegen protestieren Umwelt- und Klimaschützer, die in den Waldstücken Baumhäuser, Plattformen und Barrikaden errichtet hatten, um die Arbeiten zu verhindern und aufzuhalten (TAG24 berichtete).

Bis zum 6. November stellten die Beamten den Angaben zufolge 176 Straftaten rund um die Rodungen fest, wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte.

Dazu hätten Sachbeschädigungen an Einsatzfahrzeugen, Angriffe auf Polizeibeamte mit Steinen, Zwillenbeschuss und Feuerwerk sowie der Verdacht von Nötigungen und gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr durch Blockade- und Abseilaktionen gehört.

Zugleich werde in zwei Fällen wegen Körperverletzung und in einem Fall wegen des Verdachts auf ein Sexualdelikt gegen Polizeibeamte ermittelt, hieß es.

Im Dannenröder Forst haben die Vorbereitungen für die Rodung am Donnerstag begonnen.
Im Dannenröder Forst haben die Vorbereitungen für die Rodung am Donnerstag begonnen.  © Helmut Fricke/dpa

Polizei-Aktion für A49-Ausbau: Bisher 264 Menschen in Gewahrsam genommen

264 Menschen wurden im selben Zeitraum vorläufig in Gewahrsam genommen. Die Beamten stellten die Identität von rund 700 Menschen fest und erteilten rund 850 Platzverweise.

Eine kommunikative Lösung stehe bei dem Großeinsatz im Rahmen des Ausbaus der A49 immer an erster Stelle, erklärte die Polizei. Zugleich gelte: "Sicherheit vor Geschwindigkeit". Das habe bislang dazu geführt, dass es auf keiner Seite zu schwerwiegenden Verletzungen von Menschen gekommen sei.

Generell sei der Einsatz hinsichtlich der besonderen räumlichen Ausdehnung des Gebietes sowie angesichts der Protestform mit Aktivisten, die Baumhäuser errichten und sich etwa von Autobahnbrücken abseilen (TAG24 berichtete), "zurückblickend auf die vergangenen Jahre in Hessen einmalig".

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

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