Tödliche Geisterfahrt: 26-Jähriger steht in Kassel vor Gericht

Kassel/Gudensberg - Wegen einer tödlichen Kollision steht seit Montag ein mutmaßlicher Falschfahrer vor dem Landgericht Kassel.

Der Angeklagte muss sich seit Montag vor dem Landgericht Kassel verantworten (Symbolbild).
Der Angeklagte muss sich seit Montag vor dem Landgericht Kassel verantworten (Symbolbild).  © Paul Zinken/dpa

Die Anklage wirft dem 26-Jährigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis vor, im vergangenen Jahr gezielt sein Auto auf der Autobahn 49 in die falsche Fahrtrichtung und den Gegenverkehr gesteuert zu haben.

Bei der Geisterfahrt waren ein Mensch getötet und drei verletzt worden.

In dem Verfahren geht es darum, ob der Mann dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.

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Es gebe genug Anhaltspunkte, dass er an einer Psychose leide, erklärte die Staatsanwaltschaft. Ziel des 26-Jährigen sei Suizid gewesen. Er sei bei der Tat schuldunfähig gewesen.

Die Vorwürfe lauten Mord, versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

Auslöser war laut Anklage ein Streit mit seiner Freundin. Sie habe sich trennen und ihn in eine Klinik einweisen wollen. Aus Angst davor habe sich der 26-Jährige in ein Auto gesetzt und sei mit rund 150 Stundenkilometern über die A49 gefahren.

Dabei kam es zur tödlichen Kollision mit vier Fahrzeugen auf der A49. Ein 23-jähriger Fahrer starb. Drei Unfallopfer sind Nebenkläger in dem Verfahren.

Prozess in Kassel: Angeklagter befindet sich in Spezialklinik

Der Angeklagte befindet sich seit der Tat in einer Spezialklinik. Er bestätigte die Anklage teilweise. Seine Anwältin relativierte dies jedoch: Der 26-Jährige erzähle nur nach, was ihm vorgeworfen werde: "Er selbst hat keine einzige Erinnerung an den Tag."

Bis Ende August sind sechs weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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