Streik bei Amazon: Beschäftigte in Bad Hersfeld legen Arbeit nieder

Bad Hersfeld - Mitarbeiter des Online-Händlers Amazon in Bad Hersfeld im Landkreis Hersfeld-Rotenburg haben am frühen Dienstagmorgen ihre Arbeit niedergelegt.

Das Foto aus dem März dieses Jahres zeigt ein Verdi-Banner mit der Aufschrift: "Wir streiken" vor einem Amazon-Logistik-Zentrum.
Das Foto aus dem März dieses Jahres zeigt ein Verdi-Banner mit der Aufschrift: "Wir streiken" vor einem Amazon-Logistik-Zentrum.  © Guido Kirchner/dpa

Eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi rechnete mit etwa 500 Beteiligten. Der Ausstand begann kurz vor der Frühschicht und soll zwei Tage dauern.

Verdi hatte zum Streik an den beiden Standorten in Bad Hersfeld aufgerufen.

Verdi fordert den Abschluss eines Tarifvertrags, um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten abzusichern.

Zudem verlangt die Gewerkschaft in dem bereits Jahre andauernden Tarifkonflikt mit dem Online-Händler die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels.

Amazon lehnt dies ab, da die Tätigkeiten an den verschiedenen Standorten nicht dem Einzelhandel, sondern der Logistik zuzurechnen seien.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers hat der Ausstand keinen Einfluss auf das Geschäft.

Es werde für Kunden wegen der geringen Beteiligung zu keinen Einschränkungen kommen. 

Update, 10.35 Uhr: Amazon hat Corona-Zulage laut Verdi-Sprecher Ende Mai wieder abgeschafft

Ein Sprecher des Online-Händlers Amazon hat den Streik am Standort Bad Hersfeld wie folgt kommentiert: "Die Pakete kommen pünktlich zu den Kunden, wir sehen keine Auswirkungen der Streiks. Der große Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet heute wie an jedem anderen Tag."

Laut dem Sprecher zahle Amazon seinen Mitarbeitern "bereits exzellente Löhne". Auch die Zusatzleistungen und Karrierechancen bei Amazon bezeichnete der Spreche als "exzellent".

Die Beschäftigten bei Amazon "legen seit Beginn der Corona-Pandemie Höchstleistungen an den Tag, oft ohne hinreichenden Schutz", bemängelte stattdessen ein Verdi-Sprecher und fügte hinzu, dass sich diese "enorme zusätzliche Belastung" für die Beschäftigten jedoch nich im Geldbeutel auszahle.

Eine im März gewährte Zulage von zwei Euro pro Stunde sei Ende Mai wieder abgeschafft worden.

Zwar habe der Konzern den Beschäftigten im September eine Gehaltserhöhung von 1,8 Prozent gewährt und sich damit einmal mehr an den tarifvertraglich im Einzelhandel vereinbarten Einkommenssteigerungen orientiert.

"Allerdings klafft nach wie vor eine Lücke bei Sonderzahlungen wie dem Weihnachts- und Urlaubsgeld", sagte der Verdi-Sprecher.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

Mehr zum Thema Hessen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0