Rosa Briefmarke "Stockach-Provisorium" ist ein kleines Vermögen wert

Wiesbaden/Stockach - Für den Laien sieht die Briefmarke "Stockach-Provisorium" erstmal ziemlich unspektakulär aus – aber das kleine Stückchen Papier soll bei einer Auktion Ende Juni mit einem Anfangsgebot von 100.000 Euro an den Start gehen.

Die Briefmarke "Stockach Provisorium" soll Ende Juni in Wiesbaden bei einer Auktion versteigert werden.
Die Briefmarke "Stockach Provisorium" soll Ende Juni in Wiesbaden bei einer Auktion versteigert werden.  © Montage: 123RF/Sergii Gnatiuk, Heinrich Köhler/Auktionshaus Köhler/dpa

Ausgerichtet wird der Verkauf vom Briefmarkenauktionshaus Heinrich Köhler im hessischen Wiesbaden, versteigert wird eine Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub.

Das "Stockach-Provisorium" sei eines der Highlights der diesjährigen Auktion und habe mit 100.000 Euro auch den höchsten Startpreis, sagte ein Sprecher des Auktionshauses.

Die Marke mit dem Motiv in blassem Rosa sei 1867 herausgegeben und ein Brief mit dem nun angebotenen Exemplar am 22. Januar 1868 nach Stockach gesendet worden.

Aber warum ist die Briefmarke so besonders? Sie stamme aus einem Bogen, der versehentlich ohne Zähnung an das Postamt in der Stadt im heutigen Kreis Konstanz ausgeliefert worden sei, sagte der Sprecher weiter.

"Deshalb musste sie umständlich mit der Schere aus dem Schalterbogen geschnitten werden."

Briefmarke "Stockach-Provisorium" hat kuriose Geschichte

Auch die Geschichte hinter dem Brief ist kurios: Ein Unternehmer aus Stockach hatte damals einen säumigen Zahler aus der Nähe von Freiburg ausfindig machen wollen. Seinem Antrag legte er einen vorfrankierten Umschlag bei, der etwas später aus Freiburg zurückgeschickt wurde.

Ob sich der Aufwand für den Unternehmer gelohnt hat und er die Schulden dadurch eintreiben konnte, ist allerdings nicht bekannt.

Heute gilt das "Stockach-Provisorium" nach Angaben des Auktionshauses als eine der großen Raritäten der altdeutschen Philatelie.

Titelfoto: Montage: 123RF/Sergii Gnatiuk, Heinrich Köhler/Auktionshaus Köhler/dpa

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