Blutnacht von Hanau: Geplante Demo abgesagt

Hanau - Wegen einer "stark steigenden Zahl" von Corona-Infektionen hat die Stadt Hanau eine für Samstag geplante Demonstration zum Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags mit neun Toten abgesagt.

An der Fassade des Rathauses hängt ein Banner mit der Aufschrift "Hanau steht zusammen".
An der Fassade des Rathauses hängt ein Banner mit der Aufschrift "Hanau steht zusammen".  © Frank Rumpenhorst/dpa

"Sobald die Infektionsfälle wieder deutlich zurückgegangen sind, holen wir diese Trauerbekundung selbstverständlich nach", sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) laut einer Mitteilung vom Freitagabend.

Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags mit neun Toten vor einem halben Jahr wollten am Samstag Tausende Menschen in der hessischen Stadt auf die Straße gehen. 

Veranstalter und Polizei hatten zwischen 3000 und 5000 Teilnehmer erwartet.

Der Main-Kinzig-Kreis habe dem Oberbürgermeister am Freitagabend mitgeteilt, "dass die Zahl der Neuinfizierten je 100.000 Einwohner im 7-Tage-Rückblick in Hanau auf 49 hochgeschnellt ist". 

Er sei "geschockt über die rasante Infektionsentwicklung". Damit sei die Schwelle für konsequente Beschränkungen erreicht.

Am 19. Februar hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen, bevor er vermutlich seine Mutter und sich selbst tötete. 

Zuvor hatte der Mann Pamphlete mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Angehörige und Vertreter der Initiative fordern deshalb eine lückenlose Aufklärung und werfen den Behörden unter anderem vor, "Warnsignale" nicht ernst genommen zu haben.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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