Atommüll in Hessen: Castor-Transport hat Biblis erreicht

Nordenham/Biblis - Der Castor-Zug mit Atommüll aus der britischen Atomanlage Sellafield wird an diesem Mittwoch im hessischen Biblis erwartet. 

Einsatzkräfte der Bundespolizei stehen auf einem Bahnsteig vor einem von insgesamt sechs Castor-Behältern im Bahnhof von Hünfeld.
Einsatzkräfte der Bundespolizei stehen auf einem Bahnsteig vor einem von insgesamt sechs Castor-Behältern im Bahnhof von Hünfeld.  © Swen Pförtner/dpa

Am Dienstagabend hatte der 600 Meter langen Zug mit sechs Castoren gegen 19.40 Uhr den niedersächsischen Hafen Nordenham verlassen. In der Nacht passierte er gegen 0.50 Uhr dann die Ländergrenze zu Hessen. Der Zug soll in ein Zwischenlager an dem stillgelegten Kernkraftwerk im hessischen Biblis rollen.

Atomkraftgegner hatten Proteste entlang der möglichen Fahrtstrecken nach Süden angekündigt. 

Die Bundespolizei sicherte deshalb nach eigenen Angaben mehrere Bahnstrecken in Niedersachsen und Hessen, aber auch in Bremen und Nordrhein-Westfalen. Die Route führte dann aber ohne einen Umweg über Nordrhein-Westfalen in den Süden.

Die Protestaktionen verliefen laut Polizei friedlich. "Es gab keine Störungen während der Schiffsankunft, der Verladephase und während des Transportes", teilte die Polizei in Oldenburg mit.

Lediglich drei Verstöße gegen die Corona Regeln wurden festgestellt, weil kein Mund-Nasen-Schutz getragen wurde. Außerdem hatten Unbekannte im Bereich Nordenham unerlaubt eine Drohne steigen lassen.

Atommüll-Zwischenlager Biblis: Protest am Mittwoch angekündigt

Das Bild zeigt den Spezialzug mit insgesamt sechs Castor-Behältern im Bahnhof von Hünfeld.
Das Bild zeigt den Spezialzug mit insgesamt sechs Castor-Behältern im Bahnhof von Hünfeld.  © Swen Pförtner/dpa

Die Castor-Transporte waren in Vergangenheit oft von großen Protesten mit Blockaden der Gleise begleitet gewesen.

An dem Transport des gefährlichen Materials gibt es viel Kritik. Umweltschützer sehen Mängel am Zwischenlager Biblis und Sicherheitsdefizite bei den Castor-Behältern. Die für die Lagerung des hoch radioaktiven Atommülls zuständige Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) weist diese Bedenken zurück.

Das Bündnis "Castor stoppen" kündigte Kundgebungen in Biblis unter Einhaltung der Corona-Regeln an. 

Unabhängig vom Fahrplan des Zuges sollte es am Nachmittag eine Demonstration geben.

Für Deutschland ist es der erste große Rücktransport von Atommüll in Castoren seit neun Jahren. Nach Angaben der Bundesregierung muss Deutschland aufgrund internationaler Verpflichtungen seinen im Ausland aufbereiteten Atommüll zurücknehmen – aus Sellafield wie aus der französischen Anlage La Hague.

Kritik an dem Transport hatte es auch angesichts der Corona-Epidemie und einer möglichen Gefährdung der eingesetzten Polizeibeamten gegeben. Die Polizei verwies auf ein umfassendes Hygienekonzept, die Gesundheit aller Beteiligten genieße höchste Priorität.

Update, 7.05 Uhr: Castor-Transport zunächst ohne Zwischenfälle

Der Castor-Transport mit deutschem Atommüll aus der britischen Atomanlage Sellafield ist zunächst ohne Zwischenfälle verlaufen. Das bestätigte die Polizei am Mittwochmorgen.

Die Ankunft im Zwischenlager Biblischen wird noch am Mittwochmorgen erwartet.

Update, 8.35 Uhr: Castor-Transport hat Biblis erreicht

Der Castro-Transport hat Biblis erreicht.

"Der Transport ist mittlerweile in den Bahnhof #Biblis eingefahren", teilte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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