Verschärfter Lockdown in Hessen beschlossen: Auch Klarheit für die Schulen

Wiesbaden - Die neuen verschärften Corona-Regeln in Hessen gelten ab dem 11. Januar zunächst bis zum Ende des Monats.

Corona-Lockdown: Eine Frau geht in der Innenstadt von Frankfurt an einem geschlossenen Laden vorbei.
Corona-Lockdown: Eine Frau geht in der Innenstadt von Frankfurt an einem geschlossenen Laden vorbei.  © Arne Dedert/dpa

Das hat das Corona-Kabinett der hessischen Landesregierung am Mittwoch in Wiesbaden beschlossen.

Danach dürfen sich künftig nur noch Angehörige eines Haushalts mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person im öffentlichen Raum treffen.

Der Lockdown mit der Schließung zahlreicher Geschäfte war zunächst bis zum 10. Januar befristet gewesen.

Bund und Länder hatten sich am Vortag wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen auf nochmals schärfere Kontaktregeln verständigt (TAG24 berichtete).

Bislang gilt, dass der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur alleine oder mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Menschen gestattet ist. Dazugehörige Kinder bis zum Alter von einschließlich 14 Jahren bleiben unberücksichtigt.

Für den privaten Raum gilt in Hessen eine dringliche Empfehlung, diese Vorgaben einzuhalten.

Seit Mitte Dezember sind wegen der Corona-Pandemie zahlreiche Geschäfte und Dienstleister auch in Hessen geschlossen. Auch Freizeit- und Kultureinrichtungen mussten dicht machen.

Es gilt eine weitreichende Maskenpflicht, unter anderem in Geschäften, Bussen und Bahnen sowie in einigen Fußgängerzonen.

Besuche in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen bleiben unter strengen Vorgaben möglich.

Kultusminister: Präsenzpflicht an Schulen in Hessen wird ausgesetzt

Das Foto zeigt eine Schülerin mit Mund-Nase-Maske in einem Frankfurter Klassenzimmer.
Das Foto zeigt eine Schülerin mit Mund-Nase-Maske in einem Frankfurter Klassenzimmer.  © Andreas Arnold/dpa

Schüler der Klassen 1 bis 6 in Hessen müssen bis Ende Januar nicht für den Unterricht an die Schulen kommen.

Die Präsenzpflicht werde für sie ausgesetzt, für Schüler ab Klasse 7 werde mit Ausnahme von Abschlussklassen grundsätzlich Distanzunterricht angeboten, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden.

In dieser Woche sind noch Weihnachtsferien in Hessen.

Damit ist für jüngere Schüler ab Montag (11. Januar) noch eine Art Notbetreuung in den Schulen möglich, wenn Eltern arbeiten gehen müssen und sich nicht zu Hause um sie kümmern können. Sie würden dann in der Schule in festen Lerngruppen unterrichtet, sagte Lorz.

"Ich appelliere aber an alle Eltern, ihre Kinder – wann immer möglich – im Sinne der Kontaktreduzierung zu Hause zu behalten."

Schüler in Abschlussklassen sollten unter Einhaltung des Mindestabstands weiter unterrichtet werden, sagte Lorz.

Damit setzt Hessen für die Schulen den Weg fort, den das Land Mitte Dezember eingeschlagen hatte. Auch damals war die Präsenzpflicht für die jüngeren Schüler bis zum Beginn der Weihnachtsferien ausgesetzt worden.

Update, 20.05 Uhr: Ausgangsbeschränkungen für Corona-Hotspots in Hessen

In Corona-Hotspots in Hessen mit einer anhaltend hohen Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner mussten die Kommunen bislang schon nächtliche Ausgangsbeschränkungen erlassen. Durch die verschärften Lockdown-Regeln sollen dort nun auch ab dem 11. Januar touristische Tagesausflüge unterbunden werden.

Für Menschen, die in einem Corona-Hotspot leben, wird deshalb die Bewegungsfreiheit für Freizeitaktivitäten oder Ausflüge auf einen Radius von 15 Kilometer rund um deren Wohnanschrift beschränkt.

Die Regelung gilt ausdrücklich nicht für den Weg zur Arbeit oder beispielsweise für einen längeren Weg zum Arzt. Als triftiger Grund, die Regel nicht einzuhalten, gilt auch die Teilnahme an einem Gottesdienst oder einer Demonstration.

Für nächtliche Ausgangsbeschränkungen gilt: Die Wohnung darf ebenfalls nur mit triftigem Grund verlassen werden. Dazu zählen etwa der Weg zum Arzt oder zur Arbeit und das Gassigehen mit dem Hund.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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