Nach Abstürzen von Aktivisten melden sich A49-Waldbesetzer heute zu Wort

Homberg (Ohm) - Nach mehreren Abstürzen von Aktivisten bei den A49-Protesten im Dannenröder Wald fordern die Waldbesetzer einen Räumungsstopp. Am heutigen Mittwoch (11 Uhr) wollen sie über die Vorfälle und das weitere Vorgehen informieren.

Das Foto vom Sonntag zeigt protestierende Aktivisten im Dannenröder Forst.
Das Foto vom Sonntag zeigt protestierende Aktivisten im Dannenröder Forst.  © Boris Roessler/dpa

In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Vorfälle gegeben, bei denen Aktivisten aus größerer Höhe beinahe oder tatsächlich abgestürzt waren (TAG24 berichtete).

Anschließend (12 Uhr) will auch der Bund für Umwelt- und Naturschutz seine Forderung nach einem Rodungs-Stopp bekräftigen.

Aus Protest gegen den Weiterbau der Autobahn 49 und die damit verbundenen Rodungen haben Umweltschützer und Aktivisten das Waldgebiet besetzt und dort Baumhäuser und Barrikaden errichtet. Die Polizei räumt das Gebiet nach und nach (TAG24 berichtete).

Für den Lückenschluss der A49 sollen insgesamt rund 85 Hektar Wald gerodet werden, 27 davon im Dannenröder Forst im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Gegner lehnen das Verkehrsprojekt, für das Baurecht besteht, aus Klimaschutzgründen ab.

Die Befürworter des A49-Ausbaus erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung und eine bessere Straßenanbindung.

Update, 13.37 Uhr: A49-Gegner werfen Polizei Gewalt vor - Sprecher weist Vorwürfe zurück

Die Gegner des umstrittenen Weiterbaus der Autobahn 49 in Mittelhessen haben ihre Kritik am Polizei-Großeinsatz im Dannenröder Forst und ihre Forderung nach einem Rodungsstopp erneuert. Bei einer via Twitter übertragenen Pressekonferenz erhoben die Aktivisten schwere Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte:

Wiederholt hätten diese im Zusammenhang mit der Räumung von Baumhäusern und Barrikaden in dem Waldstück Gewalt angewendet und Menschenleben gefährdet. Einer der Redner sagte, er habe in den vergangenen Tagen erlebt, wie Aktivisten ins Gesicht geschlagen und Menschen ohne Ankündigung, "mit gezücktem Schlagstock" und unter Drohungen durch den Wald gejagt worden seien.

Ein Polizeisprecher erklärte, "pauschale Gewaltvorwürfe" weise man zurück. "Wir als Polizei gehen tagtäglich mit größer Sorgfalt vor, auch in der Höhe. Uns ist es sehr wichtig, dass niemand zu Schaden kommt." Im Dannenröder Forst werden Bäume für den Weiterbau der A49 gerodet. Um das zu verhindern, halten Umwelt- und Klimaschützer den Wald seit mehr als einem Jahr besetzt, die Polizei räumt das Waldstück seit 10. November Schritt für Schritt.

Zuletzt hatte sich die Lage zugespitzt, nachdem es zu zwei Abstürzen von zwei Aktivistinnen und weiteren gefährlichen Zwischenfällen gekommen war. Gegner lehnen das Verkehrsprojekt aus Klimaschutzgründen ab.

Die Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung und eine bessere Straßenanbindung.

Update, 17.20 Uhr: Planfeststellungsbeschluss für A49 hat laut Ministerium Bestand

Das hessische Verkehrsministerium geht weiterhin davon aus, dass der Planfeststellungsbeschluss für den umstrittenen Weiterbau der Autobahn 49 gültig ist. Aus der nun vorliegenden schriftlichen Begründung eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts lasse sich nichts Gegenteiliges ableiten, teilte das Ministerium am Mittwoch in Wiesbaden mit.

Zuvor hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit Blick auf die Urteilsbegründung und einen festgestellten Rechtsfehler gefordert, diesen zu beheben und die bereits laufenden Waldrodungen für die A49 zu stoppen.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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