Protest im Dannenröder Forst: Pianist Igor Levit unterstützt Aktivisten mit Auftritt im Wald

Homberg (Ohm) - Mit einem kurzen Auftritt direkt an der gerodeten Schneise im Dannenröder Forst in Hessen hat der preisgekrönte Pianist Igor Levit (33) am Freitag ein Zeichen gegen die Abholzungen in dem Waldstück für den Ausbau der Autobahn 49 gesetzt.

Der Pianist Igor Levit (33) spielte am Rande einer kahl geschlagenen Schneise im Dannenröder Forst.
Der Pianist Igor Levit (33) spielte am Rande einer kahl geschlagenen Schneise im Dannenröder Forst.  © Boris Roessler/dpa

Mit dem Song "Danny Boy" – ein altes irisches Volkslied – wolle er auch den Umweltschutz-Aktivisten danken, die das möglich gemacht hätten, sagte Levit.

"Ihr habt eine Situation nicht nur wach gehalten, Ihr habt sie mit neuem Leben gefüllt", sagte der Musiker, der bereits zahlreiche Auszeichungen erhielt. Trotzdem sei es ein "trauriger Tag".

Levits Spiel wurde per Lautsprecher zu den letzten verbliebenen Baumhäusern übertragen.

Seit mehr als einem Jahr harren Umwelt- und Klimaschützer in dem Waldstück nahe Homberg/Ohm im Vogelsbergkreis aus, um sich gegen die Rodungen zu stemmen, die mittlerweile vor dem Abschluss stehen (TAG24 berichtete).

Begleitet wurde Levit von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer (24), die ebenfalls erklärte, die Aktion sei eine "ganz großartige Wertschätzung an die Aktivistinnen und Aktivisten, die diesen Widerstand zu dem gemacht haben, was er ist."

Die Auseinandersetzung um das Waldstück werde "schnell reduziert auf irgendeinen Konflikt zwischen Aktivisten und Polizei, aber letztendlich ist es der Versuch, Ökosysteme und unsere Lebensgrundlagen zu verteidigen, zu schützen", sagte Neubauer.

A49-Ausbau soll Gießen und Kassel verbinden: Klimaschützer protestieren

Begleitet von Protesten von Umwelt- und Klimaschützern laufen seit dem 10. November im Dannenröder Forst Räumungen und Rodungen für den Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen (TAG24 berichtete).

Die Aktivisten hatten das Waldgebiet vor über einem Jahr besetzt und zahlreiche Baumhäuser und Barrikaden errichtet, die in den vergangenen Wochen von der Polizei schrittweise geräumt wurden.

Die A49 soll Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Umwelt- und Klimaschützer halten das Projekt angesichts der Klimakrise für verfehlt. Die Befürworter erhoffen sich weniger Lärm- und Verkehrsbelastung in den Dörfern der Region und eine bessere Straßenanbindung.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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