Proteste im Dannenröder Forst: Erneut Pyrotechnik und Steine gegen Polizisten

Homberg/Ohm - Bei weiteren Protesten gegen die Rodungen im Dannenröder Forst für den Ausbau der Autobahn 49 in Mittelhessen ist am Samstag erneut Pyrotechnik gezündet worden. 

Aktivisten, die gegen die Rodungsarbeiten für den Weiterbau der A49 am Dannenröder Forst sind, stehen am 13. November Polizisten gegenüber.
Aktivisten, die gegen die Rodungsarbeiten für den Weiterbau der A49 am Dannenröder Forst sind, stehen am 13. November Polizisten gegenüber.  © Nadine Weigel/dpa

Auch Steinwürfe gegen Beamte habe es gegeben, teilte die Polizei via Twitter mit, ein Mensch sei daraufhin festgenommen worden.

Wie ein Polizeisprecher sagte, hatten die Beamten am Morgen eines der Baumhaus-Camps in dem Waldstück betreten. Dabei sei es darum gegangen, die Menschen anzusprechen und ihnen die Möglichkeit zu geben, persönliche Gegenstände aus dem Wald zu bringen.

Die Aktivisten seien dem nicht nachgekommen. Stattdessen sei mehrfach Pyrotechnik gezündet worden. Verletzte habe es nicht gegeben.

Auch ein Polizist, der von einem Stein am Bein getroffen wurde, blieb nach Angaben des Sprechers unverletzt.

Mehrere Menschen hätten außerdem auf Tripods – hochbeinigen Gestellen – ausgeharrt.

In dem Waldstück nahe Homberg/Ohm im Vogelsbergkreis sollen auf einer Fläche von 27 Hektar Bäume für das Verkehrsprojekt gerodet werden, die Arbeiten laufen bereits. Zuvor hatte es Rodungen im Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und im Maulbacher Wald bei Homberg/Ohm gegeben. 

Umwelt- und Klimaschützer protestieren dagegen, weil sie das Projekt angesichts der Klimakrise für verfehlt halten (TAG24 berichtete), Befürworter versprechen sich davon weniger Verkehrs- und Lärmbelastung in den Dörfern und eine bessere Anbindung ans Straßennetz.

Seit mehr als einem Jahr halten Aktivisten den Dannenröder Forst besetzt, sie haben sich in mehreren Baumhaus-Camps eingerichtet und zahlreiche Barrikaden aufgebaut.

Das Foto vom 13. November zeigt Polizisten mit Schutzausrüstung im Dannenröder Forst.
Das Foto vom 13. November zeigt Polizisten mit Schutzausrüstung im Dannenröder Forst.  © Nadine Weigel/dpa

Schon am Donnerstag Pyrotechnik und Rauchbomben im Dannenröder Forst

Bereits am Donnerstag waren mehrere Menschen im Dannenröder Forst festgenommen worden, nachdem an einer Absperrung Beamte mit Pyrotechnik beschossen und Rauchbomben gezündet worden waren (TAG24 berichtete). Weitere Festnahmen gab es am Freitag.

Eine Sprecherin der Aktivisten sprach am Samstag davon, dass die Polizei das Camp am Morgen "umstellt" habe. Nach den vorangegangenen Festnahmen seien die Menschen im Wald sehr aufgebracht, sagte sie. Die Polizei habe angefangen, Bodenstrukturen zu räumen und Gegenstände zu zerstören.

Das Zünden der Pyrotechnik sei eine "direkte Reaktion" darauf gewesen. Generell sei weiterhin "mit großem Widerstand" seitens der Aktivisten zu rechnen, sagte die Sprecherin. "Ich frage mich, warum ist es in Ordnung, das Pariser Klimaabkommen zu brechen, aber nicht einen Straßenbauvertrag."

Titelfoto: Nadine Weigel/dpa

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