Dannenröder Forst: Rodungen trotz Protest in der Schlussphase

Homberg/Ohm - Die von Protesten begleiteten Räumungen und Rodungen für den Ausbau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst gehen in die Schlussphase.

Das Foto vom 29. November zeigt protestierende Aktivisten im Dannenröder Forst.
Das Foto vom 29. November zeigt protestierende Aktivisten im Dannenröder Forst.  © Boris Roessler/dpa

Von der insgesamt knapp drei Kilometer langen Rodungsstrecke seien noch rund 300 Meter zu räumen, teilte die Polizei am Mittwoch via Twitter mit. "Dabei ist uns durchaus die Emotionalität der Situation bewusst, die sich damit für einige ergibt", hieß es weiter.

Vor diesem Hintergrund rief die Polizei dazu auf, keine überhöhten Risiken einzugehen.

"Wir geben bis zum Schluss unser Bestmöglichstes, Gefahren im #DannenroederForst zu minimieren und Personen, die sich auf Bäumen befinden, sicher zu Boden zu bringen", so die Beamten.

Im Dannenröder Forst nahe Homberg/Ohm im hessischen Vogelsbergkreis werden Bäume für den A49-Ausbau gefällt. Dagegen protestieren Aktivisten, die das Waldgebiet seit mehr als einem Jahr besetzt halten und dort zahlreiche Baumhäuser, Plattformen und Barrikaden errichtet hatten (TAG24 berichtete).

Seit dem 10. November räumt die Polizei das Waldstück Schritt für Schritt und holt dabei immer wieder Menschen von Bäumen und Barrikaden, um die Rodungen abzusichern. Auch viele Baumhäuser wurden bereits entfernt.

Bei den Protesten und Polizei-Aktionen kam es wiederholt zu Zwischenfällen. Einerseits erheben die Aktivisten Vorwürfe gegenüber der Polizei (TAG24 berichtete), andererseits wurde eine Aktivistin wegen einer mutmaßlichen Attacke gegen Polizeibeamte in Untersuchungshaft genommen (TAG24 berichtete).

Die A49 soll nach der Fertigstellung Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Umwelt- und Klimaschützer halten das Projekt für verfehlt, weil es einer umweltfreundlichen Verkehrswende entgegenstehe, die Befürworter versprechen sich davon weniger Lärm und Verkehrsbelastung in Dörfern der Region sowie eine bessere Straßenanbindung.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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