Kirche fordert Verbot des "Judensterns" bei Corona-Demos

Darmstadt/Hessen - Die evangelische Kirche fordert, dass das Tragen des Davidsterns bei Demonstrationen gegen die Beschränkungen in der Corona-Pandemie verboten wird.

"Ungeimpft" steht auf einem nachgebildeten Judenstern am Arm eines Demonstranten.
"Ungeimpft" steht auf einem nachgebildeten Judenstern am Arm eines Demonstranten.  © dpa/Boris Rössler

Opfer des Holocaust würden damit verunglimpft, erklärte die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Dienstag in Darmstadt.

Zuletzt seien vermehrt T-Shirts mit nachgebildeten Davidssternen auf sogenannten Hygiene-Demos zu sehen gewesen.

Sie seien dem NS-Symbol eines "Judensterns" eng nachempfunden.

Demonstrations-Teilnehmer inszenierten sich dadurch als Opfer vermeintlich diktatorischer staatlicher Maßnahmen.

Kirchenpräsident Volker Jung forderte in einem Brief an die kommunalen Spitzenverbände und Oberbürgermeister im Kirchengebiet, dies zu untersagen.

Die Stadt München habe bereits verboten, den NS-Symbolen nachgeformte Davidssterne zu tragen. Es seien auch bereits weitere Motive aus der NS-Diktatur gezeigt worden.

"Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verurteilt diese unerträgliche Verunglimpfung von Opfern des Holocaust auf das Schärfste. Wir fordern, das Tragen solcher Motive auf Demonstrationen zu verbieten", heißt es in dem Schreiben.

Das Gebiet der EKHN erstreckt sich über Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler

Mehr zum Thema Hessen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0