Schiedsrichter ins Krankenhaus geprügelt: Fußballer erneut vor Gericht

Darmstadt - Weil er einen Schiedsrichter krankenhausreif geschlagen haben soll, steht am Dienstag (9 Uhr) ein Fußballspieler aus dem südhessischen Münster vor dem Darmstädter Landgericht.

Auf diesem Gelände fand der Übergriff statt (Archivfoto).
Auf diesem Gelände fand der Übergriff statt (Archivfoto).  © Keutz TV-News/Skander Essadi

Der 29 Jahre alte Mann war im Oktober 2019 beim Kreisliga-Spiel zwischen der FSV Münster und dem TV Semd vom Platz gestellt worden. Daraufhin soll er den damals 22 Jahre alten Schiedsrichter bewusstlos geschlagen haben.

Der Schiedsrichter wurde mit einem Rettungshubschrauber in die Uniklinik Mainz geflogen.

Das Amtsgericht Dieburg hatte den Spieler Ende Juni 2020 in erster Instanz wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung sowie 200 Stunden gemeinnützige Arbeit verurteilt.

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Gegen dieses Urteil haben der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.

Die FSV Münster hatte nach der Attacke seine Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet und den Spieler lebenslang aus dem Verein ausgeschlossen.

Das Kreissportgericht des Fußballkreises Dieburg sperrte Ende 2020 den Spieler für drei Jahre und verhängte für die FSV Münster eine sechsmonatige Spielsperre und 500 Euro Geldbuße.

Update, 15.21 Uhr: Sechs Monate auf Bewährung

Nach dem Angriff auf einen Schiedsrichter hat das Darmstädter Landgericht am Dienstag einen Fußballer wegen Körperverletzung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 160 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Der 29-Jährige hatte im Herbst 2019 in Münster (Landkreis Darmstadt-Dieburg) sein Opfer bewusstlos geschlagen. Der 23 Jahre alte Schiedsrichter hatte zuvor beim Kreisliga-C-Heimspiel FSV Münster gegen TV Semd den Angeklagten nach erneutem Foulspiel vom Platz gestellt.

Damit hat das Landgericht in zweiter Instanz das Urteil des Amtsgerichts Dieburg reduziert und ist den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gefolgt. Das Amtsgericht hatte den geständigen Spieler im Sommer 2020 in erster Instanz zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Die Landgerichtskammer dagegen sah den Faustschlag nur noch als einfache Körperverletzung und berücksichtigte den Täter-Opfer-Ausgleich.

Der Geschädigte hatte die Entschuldigung des Angeklagten sowie 3500 Euro Schmerzensgeld akzeptiert. "Die Verhandlung hat sich eher mit der rechtlichen Bewertung befass", erklärte die Vorsitzende Richterin Barbara Bunk in der Urteilsbegründung. Das Urteil ist rechtskräftig.

Titelfoto: Keutz TV-News/Skander Essadi

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