80. Jahrestag des Überfalls von Nazideutschland auf Sowjetunion: Besondere Ehrung für die Toten

Groß-Zimmern - Jahrzehnte nach Kriegsende gibt ab Dienstag erstmals eine Gedenktafel auf einem Soldatenfriedhof im hessischen Groß-Zimmern Auskunft über das Schicksal der dort begrabenen russischen Kriegsgefangenen.

Die Veranstaltung findet anlässlich des 80. Jahrestages des nazideutschen Überfalls auf die Sowjetunion statt. (Symbolfoto)
Die Veranstaltung findet anlässlich des 80. Jahrestages des nazideutschen Überfalls auf die Sowjetunion statt. (Symbolfoto)  © 123rf/hanohiki

Bei der Gedenkveranstaltung aus Anlass des 80. Jahrestages des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion soll nach Angaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zudem ein Tonziegel mit dem Namen eines dort beerdigten Rotarmisten angebracht werden. Eine Enkelin und Urenkel des toten Soldaten wollen bei dem Gedenken auf dem Friedhof sein.

In Zukunft soll aller namentlich bekannten und dort begrabenen Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft mit solchen Ziegeln gedacht werden. Auf dem abseits gelegenen und schwer einsehbaren Gelände im Ortsteil Klein-Zimmern liegen mehr als 400 Soldaten, 380 von ihnen sind bislang namentlich bekannt.

Nach dem Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 kamen Zehntausende sowjetische Kriegsgefangene nach Deutschland. Das St. Josephshaus in Klein-Zimmern diente damals als Lazarett für ein russisches Kriegsgefangenenlager.

Rund 380 der insgesamt 400 begrabenen russischen Kriegsgefangenen sind namentlich bekannt

Die Menschen, die dort hinkamen, waren krank und unterernährt und wurden auch in dem Lazarett vorsätzlich völkerrechtswidrig behandelt.

Titelfoto: 123rf/hanohiki

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