Hessen am letzten Samstag vor dem Lockdown: Wie war die Lage im Land?

Hessen - Es ist das letzte Wochenende vor Beginn des Teil-Lockdowns. Die meisten Hessen hält sich an die bereits bestehenden Regeln.

"Die Corona-Pandemie ist nicht nur noch da, sie hat sich mit voller Wucht sehr gefährlich weiterentwickelt", sagte Vize-Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) am Samstag im Landtag.
"Die Corona-Pandemie ist nicht nur noch da, sie hat sich mit voller Wucht sehr gefährlich weiterentwickelt", sagte Vize-Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) am Samstag im Landtag.  © dpa/Thomas Frey

Unterdessen diskutiert der Landtag über die neuen Maßnahmen ab Montag und in Darmstadt gingen Gegner der Corona-Politik auf die Straße.

Die Sonne hatte es noch einmal gut gemeint mit vielen Hessen am letzten Samstag vor dem Teil-Lockdown.

In Straßencafés und anderen Plätzen genossen die Menschen die Strahlen der Oktobersonne und die noch geöffnete Gastronomie.

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Die Bekämpfung der Pandemie ist gleichzeitig das Topthema im Landtag. Und nicht nur dort. 

Ein Überblick:

Regierungserklärung

Hessens Landesregierung bat die Bevölkerung eindringlich um Akzeptanz der verschärften Corona-Regeln.

"Die Corona-Pandemie ist nicht nur noch da, sie hat sich mit voller Wucht sehr gefährlich weiterentwickelt", sagte Vize-Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Grüne) am Samstag im Landtag.

"Die Lage ist in Deutschland und auch in Hessen ernst und wir müssen alles tun, um eine nationale Gesundheitsnotlage zu vermeiden."

Ministerpräsident Bouffier in Quarantäne

Eigentlich wollte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Regierungserklärung abgeben.

Nachdem jedoch zwei Personen in der Staatskanzlei positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, muss der Regierungschef die nächsten Tage in häuslicher Quarantäne verbringen und führt von dort aus die Amtsgeschäfte.

"Ministerpräsident Bouffier selbst ist negativ getestet, und es geht ihm gut", sagte Regierungssprecher Michael Bußer.

Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen

Aus Protest gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen gingen in Darmstadt nach Polizeiangaben knapp 300 Menschen auf die Straße.

Der Demonstrationszug durch die Innenstadt und die anschließende Kundgebung auf dem Karolinenplatz verliefen bis zum friedlich.

Aufgerufen zu dem "Trauerzug für das Grundgesetz" hatte das Bündnis Querdenken-615 in Darmstadt.

Aus Protest gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen gingen in Darmstadt nach Polizeiangaben knapp 300 Menschen auf die Straße.
Aus Protest gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen gingen in Darmstadt nach Polizeiangaben knapp 300 Menschen auf die Straße.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Fallzahlen: 1905 neue Infektionen, fünf Tote

Das Robert Koch-Institut (RKI) registrierte am Samstag 1905 neue Infektionen mit dem Coronavirus in Hessen binnen eines Tages.

Die Zahl der Infektionen stieg auf insgesamt 40.998 seit Beginn der Pandemie, wie aus der Übersicht des hessischen Sozialministeriums hervorgeht, die auf Daten des RKI beruht.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 stieg um 5 auf 646.

Die Menschen in Hessen hielten sich in der Nacht zum Samstag und am Samstag selbst nach Polizeiangaben weitgehend an die aktuellen Corona-Verordnungen. (Archivbild)
Die Menschen in Hessen hielten sich in der Nacht zum Samstag und am Samstag selbst nach Polizeiangaben weitgehend an die aktuellen Corona-Verordnungen. (Archivbild)  © dpa/Andreas Arnold

Hessen halten sich an Regeln

Die Menschen in Hessen hielten sich in der Nacht zum Samstag und am Samstag selbst nach Polizeiangaben weitgehend an die aktuellen Corona-Verordnungen.

"Bei uns war es extrem ruhig", sagte ein Sprecher in Wiesbaden. Auch in Frankfurt seien keine Verstöße festgestellt worden.

Ein Polizeisprecher in Darmstadt sagte, dass die Menschen die Maßnahmen durchweg gut akzeptierten. Auch in Gießen, Fulda, Kassel und Offenbach gab es keine größeren Vorkommnisse, wie die Polizeibehörden mitteilten.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst

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