Kirchen, Clubs, Tanzschulen, Bordelle: Neue Lockerungen und offene Fragen im Corona-Alltag

Hessen - Angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen hat Hessen zahlreiche Beschränkungen im Alltag gelockert (TAG24 berichtete).

Die Erleichterungen betreffen seit heute unter anderem private Kontakte, Handel und Gastronomie, die Schulen, den Kulturbereich oder die Kirchen.

Auch im Vereinsbereich oder für Discos ist nun wieder mehr möglich. Selbst Bordelle dürfen - unter Auflagen - wieder öffnen.

Bei den Bordellen - wie hier in Frankfurt - laufen schon die Telefone heiß.
Bei den Bordellen - wie hier in Frankfurt - laufen schon die Telefone heiß.  © dpa/Andreas Arnold

Bordelle

Nadine Maletzkin, Betreiberin des Laufhauses "Sex Inn" im Frankfurter Bahnhofsviertel, hat gleich nach der Bekanntgabe der Öffnungsgenehmigung Getränke bestellt, lässt nun die bereits georderten Desinfektionsspender am Eingang und in allen Zimmern aufstellen.

"Ich bin seit Monaten bereit, wieder zu öffnen - jetzt warte ich nur auf die konkreten Auflagen, etwa wie genau die Kontaktdatenerfassung erfolgen soll", berichtete sie.

Die Kundennachfrage sei da: "Das Telefon geht schon seit einer Woche in einer Tour mit Fragen, wann wir wieder öffnen."

Clubs und Diskotheken

Diese dürfen Gäste im Außenbereich mit Auflagen wie der Testpflicht und einer Personenbegrenzung empfangen.

Die Öffnung der Innenbereiche als Bar und Gastronomie ist erlaubt, nicht aber als Tanzveranstaltung.

Wie genau sich die Clubs im Rhein-Main-Gebiet nun aufstellen, ist mitunter noch unklar. Man warte noch auf weitere Informationen vom Land, heißt es etwa bei der Initiative "Clubs am Main".

Kirchen

Bei Gottesdiensten ist der Gemeindegesang auch in Innenräumen wieder erlaubt. Die Lockerungen und neuen Möglichkeiten seien grundsätzlich zu begrüßen, sagte Volker Rahn, der Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Allerdings bedeuteten diese auch eine "riesige Herausforderung" für die eigenverantwortlichen Gemeinden, sagte er insbesondere mit Blick auf das Thema Gesang und Musik.

Der Corona-Krisenstab der EKHN wolle daher in Abstimmung mit den anderen hessischen Kirchen in der kommenden Woche Leitlinien erarbeiten, um den Gemeinden die Entscheidungen vor Ort zum Umgang mit den Lockerungen zu erleichtern.

Das Bistum Limburg empfiehlt ihren hessischen Gemeinden, den gemeinsamen Gesang "behutsam wieder aufzunehmen", wie Sprecher Stephan Schnelle mitteilte. Corona sei noch nicht vorbei.

Bei Gottesdiensten ist der Gemeindegesang auch in Innenräumen wieder erlaubt.
Bei Gottesdiensten ist der Gemeindegesang auch in Innenräumen wieder erlaubt.  © dpa/dpa-Zentralbild/Matthias Bein

Tanzschulen

Auch die Tanzschulen hoffen auf mehr Freiräume, wissen aber noch nicht so recht, was die Lockerungen für sie bedeuten.

"Wir warten auf die Auslegungshinweise", sagte Uwe Mundt, Inhaber einer Tanzschule in Langen, für den Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV). Die neue Verordnung sei zu abstrakt und zu allgemein, um daraus etwa abzuleiten, wie viele Teilnehmer die Kurse besuchen dürfen.

Die Tanzschule Mundt empfängt aktuell zehn Teilnehmer pro Kurs, die in festen Paaren tanzen, Bälle und Parties sind aktuell nicht geplant.

Titelfoto: dpa/Andreas Arnold

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