Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm: Kliniken ohne "Notbremse" bald an der Grenze

Eschborn - Die Hessische Krankenhausgesellschaft warnt vor einer Überlastung der Krankenhäuser in der Corona-Pandemie.

Zurzeit sind in Hessen 1708 von 1936 Intensivbetten belegt. (Archivbild)
Zurzeit sind in Hessen 1708 von 1936 Intensivbetten belegt. (Archivbild)  © dpa/Marijan Murat

"Ohne 'Notbremse' der Lockdown-Lockerungen befürchten wir, dass der exponentielle Anstieg nicht durchbrochen werden kann und wir nicht nur in den Intensivbereichen, sondern auch auf den Normalstationen in den nächsten Wochen an unsere Grenzen stoßen werden", teilte der Direktor der Gesellschaft, Steffen Gramminger, am Freitag mit.

Es sei ein Irrglaube, dass die Krankenhäuser zwischenzeitlich wieder in einen Regelbetrieb übergegangen seien. "Wir befinden uns seit März letzten Jahres in einem Ausnahmezustand", sagte Gramminger. Die Kliniken seien immer wieder gezwungen, planbare Operationen und Therapien zu verschieben.

Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser in Hessen lagen nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin 409 Covid-19-Patienten, 193 von ihnen wurden beatmet (Stand 9. April, 13.19 Uhr). 1708 von 1936 verfügbaren Intensivbetten waren belegt, auch mit Menschen mit anderen Krankheiten.

Das fehlende Personal ist laut Gramminger weiterhin der entscheidende Faktor. Zwar seien viele Mitarbeiter inzwischen geimpft, dennoch machten sich neben den körperlichen Anstrengungen auch der permanente Stress und die psychische Belastung des Personals bemerkbar.

Es gebe zwar noch Kapazitäten in der Krankenhausbelegung. Die Frage sei aber, wie weit man diese noch ausreizen könne, teilte Gramminger weiter mit. "Irgendwann - und das kann sehr schnell gehen - stößt das bestes Gesundheitssystem an seine Grenzen."

Titelfoto: dpa/Marijan Murat

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