Neues Corona-Konzept: Das ändert sich für die Hessen ab Donnerstag

Wiesbaden/Hessen - Im reformierten Eskalationskonzept der hessischen Landesregierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist kein Lockdown mehr vorgesehen.

Hessens stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (50, Grüne) stellte am Dienstag das neue Corona-Konzept in Wiesbaden vor. (Archivbild)
Hessens stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (50, Grüne) stellte am Dienstag das neue Corona-Konzept in Wiesbaden vor. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Das kündigte der stellvertretende Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (50, Grüne) am Dienstag in Wiesbaden an. Das neue Konzept gilt von Donnerstag an.

"Während die meisten Beschränkungen angesichts einer Impfquote von mittlerweile deutlich über 60 Prozent nicht mehr notwendig sind, wird es für Menschen ohne Impfschutz insbesondere bei steigenden Inzidenzen zusätzliche Test-Vorgaben geben, die sie perspektivisch auch selbst bezahlen müssen", erläuterte Al-Wazir.

Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 werde entsprechend dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz die 3G-Regel ausgeweitet. Dies bedeutet beispielsweise, dass nur geimpfte, genesene oder negativ getestete Menschen Zutritt in die Innenräume von Kultur- und Freizeiteinrichtungen haben.

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Wer geimpft oder genesen sei, für denjenigen gälten die meisten Einschränkungen nicht mehr - unabhängig von der Inzidenz, erklärte Al-Wazir.

"Weil es eben für diese Personen auch kaum ein Risiko gibt, ins Krankenhaus zu kommen."

Nicht-Geimpfte müssen sich zunehmend testen lassen

Und dies sei ja der Urgedanke all der Corona-Maßnahmen: Es solle eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden, sagte Al-Wazir. "Und wenn Menschen geimpft oder genesen sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ins Krankenhaus kommen, sehr sehr sehr gering."

Alle anderen würden sich zunehmend testen lassen müssen, "wenn sie Zusammenkünfte, Veranstaltungen oder ähnliches besuchen wollen", mahnte der Minister.

Denn diese Menschen hätten nach wie vor das Risiko eines schweren Verlaufs einer Coronainfektion.

Diskotheken, Clubs und Tanzbars dürfen auch innen wieder öffnen

Unter strengen Auflagen dürfen ab Donnerstag in Hessen auch wieder Diskotheken und Clubs öffnen. (Symbolbild)
Unter strengen Auflagen dürfen ab Donnerstag in Hessen auch wieder Diskotheken und Clubs öffnen. (Symbolbild)  © dpa/Sophia Kembowski

Ferner kündigte der stellvertretende Ministerpräsident an, dass Diskotheken, Clubs und Tanzbars ab Donnerstag wieder ihre Innenräume öffnen dürfen.

Allerdings gelten dort strengere Corona-Regeln als beispielsweise in der Gastronomie.

Unabhängig von der Inzidenz bekommen grundsätzlich neben Geimpften und Genesenen nur Menschen Einlass, die einen negativen PCR-Coronatest vorweisen können. Ein üblicher Schnelltest oder Bürgertest reicht nicht aus.

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Zudem gilt Maskenpflicht und die Vorgabe, dass es fünf Quadratmeter Platz pro Gast geben muss.

Bislang durften Diskos und Clubs nur im Außenbereich öffnen. Außerdem durften sie als Gastronomiebetriebe - ohne Tanz - betrieben werden.

Für Schüler wird ein Corona-Testheft eingeführt

Zukünftig können sich Schüler ihre negativen Corona-Tests vom Lehrer dokumentieren lassen. Dann bräuchten sie keinen weiteren Test, um etwa ins Kino zu gehen.
Zukünftig können sich Schüler ihre negativen Corona-Tests vom Lehrer dokumentieren lassen. Dann bräuchten sie keinen weiteren Test, um etwa ins Kino zu gehen.  © DPA/Arne Dedert

Mit einem neu eingeführten Corona-Testheft können Schülerinnen und Schüler im neuen Schuljahr ihren negativen Corona-Test vom Lehrer dokumentieren lassen.

Damit bräuchten sie neben den regelmäßigen Testungen in der Schule keine weiteren Nachweise mehr, etwa um ins Kino, ins Restaurant oder zum Friseur zu gehen, erklärte Kultusminister Alexander Lorz (55, CDU) am Dienstag in Wiesbaden. Damit solle den Kindern und Jugendlichen das Leben erleichtert werden.

"Wir tun alles dafür, damit der Schulbetrieb nach den Sommerferien so sicher wie möglich stattfinden kann – und das mit Präsenzunterricht an allen Schulen", erklärte Lorz.

Wie bereits angekündigt, wird es zum Start ins neue Schuljahr ab dem 30. August spezielle Präventionswochen in den Schulen geben, um eventuelle Corona-Infektionen bei Reiserückkehrern schnell zu entdecken.

In den ersten beiden Unterrichtswochen werden nach den Worten von Lorz alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer nicht wie sonst zweimal, sondern dreimal pro Woche getestet.

In den Präventionswochen muss – unabhängig von der Inzidenz - auch am Sitzplatz eine medizinische Maske getragen werden.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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