Corona-Krise: Hessen startet Pilotprojekt für Corona-Impfungen in Arztpraxen

Wiesbaden - In Hessen wird ein Pilotprojekt für Corona-Schutzimpfungen in niedergelassenen Arztpraxen gestartet.

Bis Ende März sollen zunächst rund 10.000 Impfdosen bereitgestellt und in 50 Arztpraxen in Hessen verabreicht werden.
Bis Ende März sollen zunächst rund 10.000 Impfdosen bereitgestellt und in 50 Arztpraxen in Hessen verabreicht werden.  © Sven Hoppe/dpa

50 Praxen im Land sollen dabei eingebunden werden, teilten Sozialminister Kai Klose (47, Grüne) und Innenminister Peter Beuth (53, CDU) am Mittwoch in Wiesbaden mit.

Die Mediziner können sich freiwillig für die Teilnahme melden. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) sei bereits auf die Ärzteschaft zugegangen.

Nach den derzeit vorliegenden Informationen werde im zweiten Quartal erwartet, dass pro Tag Impfstoff für rund 64.000 Impfungen verfügbar ist, erklärten die Minister. Die hessischen Impfzentren inklusive der mobilen Teams hätten eine Kapazität von täglich bis zu 50.000 Impfungen. Um den Impfstoff möglichst schnell zu verwenden, sei es daher wichtig, dass die Ärzte landesweit eingebunden werden.

In dem Modellvorhaben sollen den Angaben zufolge bis Ende März zunächst rund 10.000 Impfdosen bereitgestellt und in zunächst 50 niedergelassenen Arztpraxen verabreicht werden, die für den Impfstoff-Bezug und die Dokumentation jeweils an ein Impfzentrum angebunden sind.

Die niedergelassenen Ärzte sollen die zu impfenden Personen nach der Priorisierungsreihenfolge eigenverantwortlich auswählen.

Corona-Impfquote bei den Erstimpfungen in Hessen bei 6,6 Prozent

Ein Arzt hält eine Ampulle des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer zwischen den Fingern.
Ein Arzt hält eine Ampulle des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer zwischen den Fingern.  © Sebastian Gollnow/dpa

Auch bei den Impfterminen zu Hause sollen die Hausärzte in dem Pilotprojekt eingesetzt werden, kündigten die Minister an. Die Impfzentren könnten dann regional niedergelassene Ärzte beauftragen, diese Impfungen zu verabreichen. Die Impfzentren könnten dazu die Daten der Menschen abrufen, die sich für die Impfung zu Hause gemeldet haben.

Der Zugang sei datenschutzkonform sichergestellt. Nach Absprache mit den Impfzentren könnten damit neben den mobilen Impfteams auch niedergelassene Ärzte die Menschen zu Hause impfen. Der benötigte Impfstoff werde dafür vom Impfzentrum zur Verfügung gestellt.

Hessen hat nach Angaben der Minister mittlerweile eine Corona-Impfquote bei den Erstimpfungen von 6,6 Prozent. Rund 414.000 Bürger seien einmal geimpft worden.

Auch bei den Zweitimpfungen werde Hessen in den nächsten Tagen messbar aufholen. Dort liegt die Quote derzeit bei 2,9 Prozent – bundesweit liegt sie zum Vergleich bei 3,1 Prozent.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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