Mehr Badetote in Hessen: DLRG warnt eindringlich vor dem Schwimmen in Flüssen

Frankfurt am Main - Mit Blick auf die Hitzewelle in Hessen hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor dem Abkühlen und Schwimmen an unbewachten Badestellen und in Flüssen gewarnt.

Die Sommermonate sind auch die Saison der mitunter tödlichen Badeunfälle (Symbolbild).
Die Sommermonate sind auch die Saison der mitunter tödlichen Badeunfälle (Symbolbild).  © Alexander Keutz/dpa

"Der Rhein und der Main sind Bundeswasserstraßen, das ist wie eine Autobahn", sagte der Präsident des hessischen Landesverbands der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Michael Hohmann.

"Auf einer Autobahn geht auch niemand spazieren oder stellt daneben einen Sandkasten auf und lässt seine Kinder dort spielen."

Die teils ohnhin starke Strömung werde durch die Schiffe noch verstärkt.

Die aktuelle Saison stehe aufgrund der Corona-Krise unter besonderen Bedingungen. Zum einen würden viele Menschen in diesem Sommer in Deutschland bleiben. Zudem anderen hätten die Freibäder wegen der Pandemie entweder gar nicht erst aufgemacht oder eine Einlassbeschränkung.

"Das hat zur Folge, dass viele Menschen an die unbewachten Badestellen stürmen", sagte Hohmann.

Am Donnerstag wollte die DLRG in Stuttgart eine bundesweite Zwischenbilanz zu den Badetoten 2020 in Deutschland geben. Auch Zahlen zu Hessen werden erwartet.

Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt.

Update, 12 Uhr: Mehr Badetote in Hessen

Die Zahl der Badetoten in Hessen ist gestiegen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres starben mindestens 18 Menschen, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Das sind vier mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Drei Viertel der Badetoten waren männlich", sagte der Präsident des hessischen Landesverbands, Michael Hohmann. Laut den Angaben starben 12 Menschen in Flüssen, 5 in Seen und einer in einem Bach. Unter den Opfern waren auch zwei Kinder.

Bundesweit hingegen waren die Zahlen rückläufig. So kamen in ganz Deutschland mindestens 192 Menschen beim Baden ums Leben, 63 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Ein Grund für den entgegengesetzten Trend sieht Hohmann auch im hessischen Sommer. So sei das Wetter in Hessen deutlich besser gewesen, als beispielsweise in Bayern und an der Nordsee.

Titelfoto: Alexander Keutz/dpa

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