Lübcke-Prozess geht in die nächste Runde: Zeugen werden vernommen

Frankfurt am Main - Der Prozess um die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wird an diesem Donnerstag (10 Uhr) mit der Vernehmung von zwei Zeugen fortgesetzt.

Stephan Ernst, der des Mordes an dem Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke angeklagt ist und sein Anwalt Mustafa Kaplan (l.).
Stephan Ernst, der des Mordes an dem Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke angeklagt ist und sein Anwalt Mustafa Kaplan (l.).  © Thomas Lohnes/AFP Pool /dpa

Auch ein weiterer Sachverständiger soll vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt aussagen. 

In dem Verfahren vor dem OLG-Staatsschutzsenat muss sich der 47 Jahre alte Deutsche Stephan Ernst wegen Mordes verantworten. 

Die Anklage wirft ihm vor, im vergangenen Jahr den CDU-Politiker Lübcke aus rechtsextremistischen Motiven auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen zu haben.

Außerdem ist Ernsts ehemaliger Arbeitskollege Markus H. wegen Beihilfe angeklagt. Er soll Ernst politisch beeinflusst haben. 

Nachdem es in dem seit Juni verhandelten Verfahren zunächst vor allem um den Mord an Lübcke gegangen war, ging es in der letzten Sitzung um einen weiteren Anklagepunkt gegen Ernst.

Er soll versucht haben, einen irakischen Flüchtling zu ermorden.

Update, 13.15 Uhr: Zeuge mit Erinnerungslücken im Lübcke-Prozess

Im Prozess um die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat am Donnerstag ein Zeuge zahlreiche Erinnerungslücken geltend gemacht. 

Der Mann, der jahrelang der rechten Szene angehörte und sich nach eigenen Angaben schon seit mehreren Jahren davon gelöst hat, hatte ein freundschaftliches Verhältnis mit dem wegen Beihilfe angeklagten Markus H. In seiner Aussage vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt konnte er allerdings wenig über den Inhalt politischer Gespräche und die politische Einstellung von H. sagen. 

Er habe "keine konkrete Erinnerung" an die Gespräche über aktuelle Themen, sagte er. In dem Verfahren vor dem OLG-Staatsschutzsenat muss sich der 47 Jahre alte Deutsche Stephan Ernst wegen Mordes verantworten. 

Die Anklage wirft ihm vor, im vergangenen Jahr den CDU-Politiker Lübcke aus rechtsextremistischen Motiven auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen zu haben. Ernsts ehemaliger Arbeitskollege Markus H. soll Ernst politisch beeinflusst haben. 

Der Zeuge sagte, er habe über H. auch Ernst kennengelernt. Als er von dessen Verhaftung erfahren habe, habe er das "kaum glauben können". Sein Eindruck sei gewesen, dass auch H. überrascht gewesen sei, so der Zeuge, der nicht erläutern konnte, warum er einen verschlüsselten Chat mit Ernst gelöscht hatte, in dem es nur um allgemeine Dinge wie die Anfertigung eines Bauteils gegangen sein soll.

Titelfoto: Thomas Lohnes/AFP Pool /dpa

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