Schreibtisch von ermordetem Walter Lübcke wird Geschichte und kommt ins Museum

Kassel/Bonn - Das Regierungspräsidium (RP) Kassel hat dem Bonner Haus der Geschichte Einrichtungsgegenstände aus dem Büro des ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke (†65, CDU) überlassen.

Der damalige Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (†65, CDU) an seinem Schreibtisch, der jetzt ins Museum kommt. (Archivfoto)
Der damalige Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (†65, CDU) an seinem Schreibtisch, der jetzt ins Museum kommt. (Archivfoto)  © Hermann-Josef Klüber/Regierungspräsidium Kassel/dpa

Hierzu zähle vor allem der Schreibtisch, von dem aus Lübcke seit seinem Amtsantritt 2009 bis zu seinem gewaltsamen Tod im Juni 2019 die Geschicke des RP Kassel gelenkt habe, teilte die Behörde am Mittwoch mit. An dem Schreibtisch sei auch eine Power-Point-Präsentation zu Lübckes Vortrag entstanden, den der CDU-Politiker in Lohfelden bei Kassel im Oktober 2015 hielt.

Der Vortrag selbst sowie einige Objekte von Lübckes Schreibtisch wie ein Aufsteller mit den Fahnen von Hessen, Deutschland und Europa seien ebenfalls an das Haus der Geschichte gegangen, erklärte das RP.

Lübcke hatte bei der Bürgerversammlung in Lohfelden Pläne zur Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft vorgestellt.

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Als Reaktion auf Schmähungen von Störern im Publikum hatte er die Sätze geäußert: "Es lohnt sich, in unserem Land zu leben. Da muss man für Werte eintreten. Wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Es ist die Freiheit eines jeden Deutschen."

Lübckes Äußerungen sollen Auslöser für seine Ermordung gewesen sein. In der Nacht zum 2. Juni 2019 wurde er auf seiner Terrasse von dem Rechtsextremen Stephan Ernst erschossen.

Nachlass ergänzt die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus

Das Haus der Geschichte ergänze mit den Objekten aus dem Nachlass Walter Lübckes seine Sammlungen zur Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in Deutschland, hieß es.

In einer Dauerausstellung des Museums für Zeitgeschichte sind demnach unter anderem Exponate zu den rechtsextremen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im August 1992, dem Brandanschlag auf ein von türkischen Familien bewohntes Haus in Mölln im November 1992 sowie von einem Opfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU), zu sehen.

Titelfoto: Hermann-Josef Klüber/Regierungspräsidium Kassel/dpa

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