Mathildenhöhe soll Welterbe werden: Darmstadt hofft 2021 auf Erfolg

Darmstadt - Die Hoffnungen waren groß, dann machte die Corona-Pandemie Darmstadt einen Strich durch die Rechnung.

Ein Plakat informiert über die Bewerbung der Mathildenhöhe um den Status "Unesco-Welterbe".
Ein Plakat informiert über die Bewerbung der Mathildenhöhe um den Status "Unesco-Welterbe".  © dpa/Andreas Arnold

Eigentlich sollte über das Prestigeprojekt der Stadt, die Bewerbung um den Unesco-Welterbe-Titel für das Ensemble der Mathildenhöhe, Mitte 2020 im chinesischen Fuzhou entschieden werden.

Wie so vieles in der Corona-Krise wurde aber auch das abgesagt.

Nun blicken die Macher mit Spannung auf den kommenden Sommer. Dann soll das Unesco Welterbekomitee über die Bewerbung entscheiden.

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In Darmstadt glaubt man fest an einen Erfolg.

Derzeit umfasst die Liste des Unesco-Welterbes 1121 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern, 46 davon liegen in Deutschland, davon wiederum 6 in Hessen.

Die Gesamtsanierung der denkmalgeschützten Gebäude wird bis zum Sommer aber noch nicht komplett abgeschlossen sein.

Wegen der Pandemie habe es aber nur wenige Unterbrechungen bei Materiallieferungen und krankheitsbedingte Ausfälle gegeben, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (58, Grüne). "Die hierdurch verursachten Verzögerungen haben uns nicht um Monate zurückgeworfen."

Nach dem Ende der noch laufenden Sanierungsarbeiten ist Partsch zufolge im Frühjahr 2022 eine erste Ausstellung geplant, die sich der städtischen Kunstsammlung widmen soll.

Weltweit einzigartiges Ensemble auf der Mathildenhöhe

Die Russische Kapelle, das Ausstellungsgebäude und der Hochzeitsturm stehen auf der Mathildenhöhe (v.r.).
Die Russische Kapelle, das Ausstellungsgebäude und der Hochzeitsturm stehen auf der Mathildenhöhe (v.r.).  © dpa/Andras Arnold

2011 ging Darmstadt in die Offensive und meldete sein Interesse für eine Welterbebewerbung an. Insgesamt fließen mehr als 40 Millionen Euro in das vom Jugendstil geprägte Ensemble, der Löwenanteil aus der Stadtkasse.

Die Macher sehen die Mathildenhöhe als ein Ensemble, das es so weltweit nicht gibt. Es sei nicht der reine Jugendstil, sondern mit Linien der Sachlichkeit des Bauhauses einen Schritt weiter.

Der hessische Großherzog Ernst Ludwig hatte im ausgehenden 19. Jahrhundert erkannt, dass mangels wertvoller Bodenschätze ein wirtschaftlicher Aufschwung nur mit einer Qualitätssteigerung bei den Manufakturen zu erreichen war.

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Als der Architekt Joseph Maria Olbrich, der Designer und Architekt Peter Behrens und fünf weitere Künstler 1899 nach Darmstadt kamen, gab es auf der Mathildenhöhe nur ein Wasserreservoir und eine vom russischen Zaren Nikolaus II. - dem Schwager des Großherzogs - errichtete russische Kapelle.

Schon 1901 konnte die erste von insgesamt vier Ausstellungen auf dem neugebauten Stadtteil gezeigt werden.

Darmstadt positionierte sich als Wirtschaftsstandort mit hohem kulturellen Anspruch und war unter anderem auch an den Weltausstellungen 1900 in Paris und 1904 in St. Louis vertreten.

Titelfoto: dpa/Andreas Arnold

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